Moderne Schlammfarben am aktuellen Brownbag-Lunch.
Im Auftrag von Falu Vapen

Symbiose aus Farbe und Holz

Für die Siedlung am Hirtenweg verwendete Harry Gugger Studio Schlammfarben. Am Brownbag-Lunch erklärte Falu Vapen weshalb diese Farben nicht nur charakteristisch, sondern auch ökologisch und dauerhaft sind.

Wenn man an der Siedlung Hirtenweg von Harry Gugger Studio vorbeigeht, fällt einem sofort das leuchtende Rot der Holzfassade ins Auge. Diese Farbe stand im Mittelpunkt des jüngsten Brownbag-Lunches in der Baumuster-Centrale Zürich. Neben Henriette Gugger, Mitgründerin von Harry Gugger Studio, präsentierte auch der Schweizer Spezialist für Schwedenfarben Falu Vapen seine Produkte. Fredrika Wikland, die Inhaberin der Firma, begann ihren Vortrag mit der Entschuldigung, «Ikea-Deutsch» zu sprechen. Aber der Akzent störte keineswegs, als die Schwedin erzählte, wie sie sich berufen fühlte, diese Farben hier bekannt zu machen. Zusammen mit ihrem Ehemann Herbert Werder gründete sie deshalb 2011 Falu Vapen Schweiz. Ihre Farben fanden sich in den letzten zehn Jahren nicht nur an Wänden von Hühnerställen, sondern auch an Grossprojekten und denkmalgeschützten Gebäuden.

Tradition und Moderne
Allerdings war es nicht ganz so einfach, die Farben in die Schweiz zu bringen. Die ursprünglichen Schlammfarben, die eine 300-jährige Tradition pflegen, sind bleihaltige Produkte und hierzulande verboten. Aus diesem Grund entwickelte das Unternehmen Pigmente aus einem Recyclingstoff der Stahlindustrie und modernisierten so ihr Produkt. Dieses steht dem Original in Nichts nach. Im Gegenteil: Anders als ihr Vorgänger färbt sie zum Beispiel nicht ab.

Fredrika Wikland und Herbert Werder von Falu Vapen.

Holz atmen lassen
Schlammfarbe und Holz seien ein perfektes Ehepaar, erklärte Mitinhaber Herbert Werder, stolz, als er über die Diffusionsoffenheit seiner Farbe sprach. So nimmt Holz, auch mit dem Aufstrich, bei Regen Feuchtigkeit auf und gibt diese beim Abtrocknen wieder ab. Im Gegensatz zu vielen anderen Farben, bei denen Holzfasern verkleben, passt sich die Schlammfarbe der Oberfläche des Holzes an. Sie verhält sich offenporig und lässt das Material weiter «atmen». Hinzu kommt die grosse Zahl der Pigmente in der modernen Schlammfarbe. Diese bauen sich nicht nur sehr langsam ab, sie geben dem Holz auch einen natürlichen UV-Schutz und verzögern den Alterungsprozess und Zelluloseabbau.

Und wie steht es mit dem Unterhalt der Farbe? Er könne keine fixen Zeitangaben zur Abnutzung nennen, sagt Werder, da sie sich sehr unterschiedlich abbaue. Meist hänge der Zeitpunkt einer Nachbehandlung auch von ästhetischen Ansprüchen ab, ca. nach 10 bis 20 Jahren oder länger. So schütze sich das Holz durch die Symbiose mit der Schlammfarbe selbst und verzögere dessen natürliche Alterung.

Henriette Gugger zur Siedlung am Hirtenweg in Riehen.

Starker Charakter
Um zu zeigen, dass sich die Farben auch in der Praxis bewähren, stellte Henriette Gugger schliesslich die Siedlung am Hirtenweg in Riehen vor. «Rot, gut und günstig» betitelte Hochparterre die Siedlung. Auch die Architektin betonte, neben den Ausführungen zum effizienten Modulbau und der cleveren Etappierung der Siedlung, den Charakter der leuchtenden Farbe: «Betrachtet man das Gebäude ohne Sonnenlicht, wirkt es glühend. Wirft es Schatten spürt man förmlich seine Materialität.»

Den ganzen Brownbag-Lunch gibt es hier:

«Holz in Farbe» – Den ganzen Brownbag-Lunch zum nachschauen.

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