Migros Herdern: Vier Steinfarben erzeugen ein lebendiges Fassadenbild. Die Fenster sind als Membranen gestaltet. Foto: Seraina Wirz

Hochhaus im Jungbrunnen

Gigon/Guyer haben das Hochhaus Herdern in Zürich saniert. Mithilfe einer auf Fotos basierenden Tonwerttrennung konnte der ursprüngliche Ausdruck des Sichtmauerwerks hergestellt werden.

«Ein Freudentag der Migros», titelte ‹Die Tat› im Sommer 1965 zur Eröffnung der Betriebszentrale Herdern der Genossenschaft Migros Zürich (GMZ). Die Architekten Hans Vogelsanger, Ernst Schwarzenbach und Albert Maurer hatten ein Ensemble aus einem 270 Meter langen, viergeschossigen Betriebsgebäude und einem 17-geschossigen, 53 Meter hohen Büroturm gestaltet. Heute steht der Komplex unter Denkmalschutz. Wurden die Betriebsräume der damals grössten und modernsten Anlage ihrer Art über die Jahre laufend erweitert und angepasst, beschränkten sich die Arbeiten am Hochhaus im Wesentlichen auf den Unterhalt. Dann stellte man fest, dass an der Westfassade Wasser durch die Backsteinwand ins Innere rinnt und die Armierung der Verbundkonstruktion angegriffen hatte. ###Media_2### ###Media_3### Im Wettbewerbsprojekt für die statische und energetische Sanierung schlugen Gigon/Guyer Architekten vor, auf die beiden Stirnwände eine Stahlkonstruktion in die neue Dämmschicht zu legen. Davor wird eine neue Mauerscheibe gesetzt, deren Aussehen möglichst genau der ursprünglichen Fassade entspricht. Wegen weiterer Schäden beschloss die GMZ, auch die beiden Längsfassaden zu ersetzen. Hier sollte das Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Gebäudes ebenfalls gewahrt bleiben. ###Media_4### Die Backsteine für das Sichtmauerwerk am Hochhaus hatten seinerzeit die Keller Ziegeleien geliefert. Der Ton stammte aus mehreren Gruben, sodass am Mauerwerk ein abwechslungsreiches Bild aus unterschiedlichen Brauntönen entstand. Das ursprüngliche Material ist nicht mehr erhältlich. Auf der Suche nach Alternativen fanden die Architekten zwei dunkle und zwei helle Backsteinsorten. Damit und mithilfe einer auf Fotos basierenden Tonwerttrennung konnte der ursprüngliche Ausdruck annähernd hergestellt werden. Gemäss dem ursprünglichen Bild gestalteten die Architekten auch die neuen Fensterbänder:...
Hochhaus im Jungbrunnen

Gigon/Guyer haben das Hochhaus Herdern in Zürich saniert. Mithilfe einer auf Fotos basierenden Tonwerttrennung konnte der ursprüngliche Ausdruck des Sichtmauerwerks hergestellt werden.

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