Traumberuf ohne Nachwuchs

Der Boom entblösst eine Schwachstelle bei der Ausbildung. In der Schweiz fehlt ein Master-Lehrgang für Landschaftsarchitektur.

«Ich weiss nicht, wie wir all die Kundenanfragen bewältigen sollen,» klagt Stefan Rotzler, Mitinhaber von Rotzler Krebs Partner Landschaftsarchitekten. «Unsere Branche boomt, aber wir finden keine qualifizierten Fachleute.» Die Hälfte der zwanzig Angestellten des renommierten Büros in Winterthur kommen aus dem Ausland — die meisten aus Deutschland. Doch auch dort seien ausgebildete Landschaftsarchitektinnen und -architekten mittlerweile Mangelware. Und erst recht solche mit Berufserfahrung.In den vergangenen Jahren hat die Nachfrage nach Fachwissen in Landschaftsplanung und 
-architektur enorm zugenommen. Nicht zuletzt, weil in Gesellschaft und Verwaltung angesichts der zunehmenden Umweltbelastung, schwindender Ressourcen und dem Ruf nach verdichtetem Bauen ein neues Bewusstsein erwachte: Der Beizug von Spezialisten für die Gestaltung der Aussen- und Freiräume ist heute fester Bestandteil aller grösseren Planungs- und Bauvorhaben. 
Laut einer Erhebung des Bundes Schweizer Land-
schaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen (BSLA) werden aktuell in den rund 200 Büros für Landschaftsarchitektur in der Schweiz jährlich etwa 100 neue Stellen geschaffen. Die rund 60 Bachelor, die ihre Ausbildung pro Jahr an einer Schweizer Fachhochschule abschlies-sen, vermögen diese Nachfrage weder quantitativ noch qualitativ zu befriedigen. Deshalb wird beim BSLA der Ruf nach neuen und besseren Ausbildungsmöglichkeiten laut, die sich vermehrt an den Bedürfnissen der Praxis orientieren.Hohe Anforderungen Die Landschaftsarchitekten müssen sowohl über Kenntnisse in naturwissenschaftlichen Fächern wie in Pflanzenkunde oder Geologie verfügen, aber auch über ausgewiesene Fähigkeiten in kreativen und technischen Disziplinen wie Entwurf, Projektmanagement und Konstruktion. In der Schweiz wird eine Grundausbildung in Landschaftsarchitektur einzig an den beiden Fachhochsch...
Traumberuf ohne Nachwuchs

Der Boom entblösst eine Schwachstelle bei der Ausbildung. In der Schweiz fehlt ein Master-Lehrgang für Landschaftsarchitektur.

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