EMI: Anthropomorphe Form, 2019, Stahl, Spiegel, Acetat, 119 x 84 x 40 cm, Massstab 1:66

Swiss Art Award an EMI

Am Pfingstmontag verlieh Bundesrat Alain Berset die Swiss Art Awards. Die Eidgenössische Kunstkommission vergab elf Preise, darunter einer für Architektur. Er ging an EMI Architekten. Endlich für Architektur!

Wie jedes Jahr spendet das Bundesamt für Kultur (BAK) seine Kunstpreise. Und wie jedes Jahr findet deren Ausstellung parallel zur Art Basel statt. Dieses Jahr warten die Swiss Art Awards allerdings mit einer gewichtigen Erneuerung auf: Die Teilnehmenden der zweiten Runde in Architektur erstellten erstmals keine Rauminstallation, sondern präsentieren das Konzept für eine grössere, architektonische Intervention in der Messehalle zur nächstjährigen Ausstellung. Wir finden: Eine gute Entwicklung, werden die Architekten doch so nicht mehr in die Präsentationsform der viel zahlreicheren Kunstschaffenden gezwungen. Sie können nun anhand einer konkreten, wenn auch freien Aufgabe zeigen, was sie in Sachen räumlicher Lösung drauf haben. Der Prix Meret Oppenheim 2019 wurde am gleichen Abend an Meili & Peter Architekten verliehen.

Die Modelle der Architekturinstallationen machten Lust auf mehr: zum Beispiel auf ein gebautes BIM-Modell (Bosshard, Tavor, van der Ploeg) oder einen filigranen Aussichtsturm mit rosa Sichtfilter (‹Palace of Joy›, Comte/Meuwly). Die Installation ‹Antropomorphe Form› der siegreichen EMI scheint gegenüber anderen Vorschlägen realisierbarer, fast bescheiden, trotz seiner grossen Ausdehnung. Sie soll die ganze Halle als Raum und Träger einnehmen.

Die Verfasser erklären ihr Projekt so: «Ein Tuch hängt an der Hallendecke und lässt uns zunächst an die temporären Bauten von Festzelten denken, um diesen Eindruck durch seine sich ändernde Form wieder zu zerstören. Die Form passt sich in kaum wahrzunehmender Geschwindigkeit ihrer Umgebung an und wird symmetrisch, uneben, gefaltet oder gespannt. Die Stoffdecke hält Stimmungen fest und zeigt so einen unerwarteten Einfluss des menschlichen Körpers und der Umwelt auf die traditionell feste Architektur, die sich hier bewegt, sich uns anpasst und so vielleicht zum subtilen Kommentar über unsere menschenzentrierte Zeit wird.»

Wir freuen uns auf die Ausstellung nächstes Jahr!

Kommentare

hansfischerliu 12.06.2019 18:44
...................supi...............genau so.................hansfischerliu
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Ich kann das Bild nicht lesen