Architektur? Kunst? Herzog de Meuron an der ART Basel. Fotos: Axel Simon

Kunstarchitekturpreise

Auch dieses Jahr gingen zwei mit 25'000 Franken dotierte «Swiss Art Awards» an Architekten. Auch dieses Jahr machten die Architekten für die Ausstellung Kunst. Aber ist sie nicht viel reicher, die Welt der Architektur? Ein Kommentar.

Auch dieses Jahr gingen zwei mit 25'000 Franken dotierte «Swiss Art Awards» an Architekten (und einer an Architekturvermittler, wir berichteten). Auch dieses Jahr machen die Architekten (fünf an der Zahl), die diesmal zur zweiten Runde des Wettbewerbs geladen wurden, das, was man von ihnen erwartet: Parallel zur ART in der Messe Basel zeigen sie den «Originalbeitrag», den die Ausschreibung fordert. Auch dieses Jahr machen Architekten Kunst, denn weder können sie ihre «Originalbeiträge», also Gebäude, nach Basel transportieren, noch gibt sich die Jury damit zufrieden, Pläne und Modelle zu studieren. So liest man auch dieses Jahr aufgeblasene Erläuterungen («Das Prinzip des Schichtens wird als horizontale Schichtung zum raumbildenden Prinzip einer gerichteten Rechteck-Rahmenstruktur...»), steht vor hilflosen Installationen («Der Spielautomat verkörpert die Bauindustrie und deren Makler.») und denkt sich auf’s Neue: Warum nicht ein Preis, der die Architektur als Architektur ernst nimmt? Warum nicht die Architekten als Architekten ernst nehmen? Dass der Eidgenössische Kunstpreis (durch das Kulturförderungsgesetz) heuer zum ersten Mal auch für über 40jährige offen stand, macht die Sache nicht einfacher. Es stimmt schon: Gut, dass der Bund die Architektur wenigstens über diesen Weg fördert, kommt sie doch sonst zu kurz im nationalen Topf! Und: Die beiden ausgezeichneten Beiträge haben diesmal tatsächlich «Stringenz, Aktualität und Relevanz», was laut dem Vorsitzenden der Eidgenössischen Kunstkommission, Hans Rudolf Reust, ausschlaggebend sein soll. Der erste Architekturpreis geht an die «Gruppe», Nicholas Lobo Brennan und Boris Gusic, beide Assistenten des Londoner ETH-Assistenzprofessors Tom Emerson. In eine Luzerner Galerie bauten sie eine Art Baumhaus aus gebrauchten Holzteilen, das nun auf der Messeetage in Basel steht. Den intimen Raum betritt man durch ...
Kunstarchitekturpreise

Auch dieses Jahr gingen zwei mit 25'000 Franken dotierte «Swiss Art Awards» an Architekten. Auch dieses Jahr machten die Architekten für die Ausstellung Kunst. Aber ist sie nicht viel reicher, die Welt der Architektur? Ein Kommentar.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?