Das «Franchi» von Pier Luigi Nervi. Fotos: Marco Menghi; courtesy Pier Luigi Nervi Project Association, Brussels

Bangen um eine Ikone

In Florenz soll das alte Fussballstadion von Pier Luigi Nervi einem neuen weichen und schafft damit Streitigkeiten. Ausserdem in der Presse: Soziale Bauprojekte in Zürich und Werkstätte in St. Gallen.

Die halbe Kulturwelt stehe kopf wegen dem geplanten Neubau des Florenzer Fussballstadions «Franchi» von Pier Luigi Nervi, schreibt der «Tages-Anzeiger». Der neue Clubbesitzer, Rocco Commisso, möchte das Stadion «wegmachen», damit an seiner Stelle Neues entstehen könne: eine moderne überdachte Arena mit VIP-Lounges und Einkaufszentrum. Das «Franchi» gehöre zum unverhandelbaren Architekturschatz Italiens, finden jedoch die Denkmalpfleger der Nichtregierungsorganisation Icomos. «Geschichte, Identität und Schönheit stehen der Brutalität des Marktes, des Geldes und der Macht gegenüber», schreibt Kunstkritiker Tomaso Montanari, der sich für den Erhalt einsetzt. Dem Bürgermeister gehe das zu weit. Der Politiker habe selbst Denkmalschutz studiert und finde es unmöglich, Städte ohne Innovation weiterzuentwickeln: «Mit den vielen Regeln von heute und mit dem Gebot neuzeitlicher Puristen hätte Brunelleschi damals die Kuppel der Kathedrale von Florenz nicht gebaut, und Michelangelo hätte seinen David nicht auf die Piazza della Signoria stellen dürfen.»

Weitere Meldungen:

– «Architecture for Refugees»: Mit kollektiven Bauprojekten auf die Situation von geflüchteten Menschen aufmerksam machen. «Kath.ch» hat das Projekt in Zürich besucht.

– «Eiszueis»: Der neue Werkhof Firma Kradolfer im St. Galler Weinfelden sei eine Hommage ans Gipserhandwerk und die Firmenarchitektur, schreibt das «St. Galler Tagblatt».

– «150 Jahre Adolf Loos»:  Das Mak zeigt zum 150. Geburtstag von Adolf Loos dessen Architekturentwürfe für private Bauten wie Wohnhäuser und Sozialprojekte. Der «Standard» berichtet.

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