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Von der «Anstalt» zum Ensemble

Innen zweckmässig, aussen klassisch elegant: Bollhalder Eberle Architekten aus St.Gallen gewinnen den Wettbewerb für die Erweiterung der Klinik Schlosstal in Winterthur.

Einst war das schmucke Gebäude an der Töss eine Spinnerei, Ende des 19. Jahrhunderts wurde es zur Kantonalen Pflegeanstalt, später zum Krankenheim. Im Volksmund noch lange «Anstalt» genannt, ist die Klinik Schlosstal heute Hauptsitz der 1998 neu gegründeten Institution «Integrierte Psychiatrie Winterthur (ipw)». Sie ist verantwortlich für die psychiatrische Grundversorgung von Stadt und Region Winterthur und dem Zürcher Unterland. Ein Ersatz- und Ergänzungsbau soll nun Platz für knapp hundert zusätzliche Betten schaffen. Darüber hinaus erhofft sich der Auslober ein sogenanntes «healing environment», das heisst: mit ihrer atmosphärischen Gesamtwirkung sollen die Neubauten die psychische Gesundung der Patienten wirksam unterstützen.
Den offenen Projektwettbewerb konnten Bollhalder Eberle Architekten für sich entscheiden. Zwei ineinander verschränkte rechtwinklige Volumen schreiben die bauliche Erweiterung aus den Siebziger Jahren fort. Neben einer «sehr zweckmässigen Raumanordnung» im Innern lobt die Jury insbesondere die «sorgfältige Setzung» und die «subtile Höhenentwicklung» des Projekts: Die Höhenstaffelung der beiden Bauten reagiere feinfühlig auf den Geländeverlauf und vermittle zwischen der oberen Ebene des historischen Parks und der unteren Ebene des Schwemmlandes der Töss. Die Anlage werde so zurückhaltend ergänzt und schaffe ein aus denkmalpflegerischer Sicht «überzeugendes neues Ensemble» (Landschaftsarchitektur: Raderschall Partner, Meilen). Eine «vornehme Zurückhaltung» attestiert die Jury auch den Fassaden: in der strengen Gliederung von weissen Betonelementen, grossen Fensterflächen und bronzefarbenen Rahmen vermag sie eine «klassische Eleganz» zu entdecken.

Ersatz- und Ergänzungsbau Klinik Schlosstal, Winterthur
Einstufiger Projektwettbewerb im offenen Verfahren für das Hochbauamt des Kantons Zürich
Fachjury: Dr. Matthias Haag, Peter Baumgartner, Erika Fries, Oliver Strässle, Ernst Strebel
– 1. Rang: Bollhalder Eberle Architektur, St. Gallen
– 2. Rang: Rohrbach Wehrli Pellegrino Architekturagentur, Winterthur
– 3. Rang: Armon Semadeni Architekten, Zürich
– 4. Rang: Graf Biscioni Architekten, Winterthur
– 5. Rang: LUDES Architekten Ingenieure, Recklinghausen (D)
– 6. Rang: B.E.R.G. Architekten, Zürich

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