Visualisierung des Siegerprojekts von StudioBoA und Amadeo Linke

Öffentliche Diskussion eines heiss diskutierten Wettbewerbs

Der jüngste Wohnbauwettbewerb in Zürich hat für einiges Aufsehen und einige Aufregung gesorgt. Nun lädt das Architekturforum Zürich zur Debatte.

Der jüngste Wohnhbauwettbewerb in Zürich hat für einiges Aufsehen und einige Aufregung gesorgt. Manchem Beobachter blieben die 72 Giebelhäuser, die als Ersatz für die genossenschaftlichen Riegelbauten in Zukunft den Hang beim Triemli bevölkern sollen, städtebaulich unverständlich, manchem waren sie wohl auch architektonisch ein Ärgernis (nachzulesen in unserem Beitrag «Ein Riesendörfli sorgt für Irritationen»).

Angesichts einer renommierten Fachjury dürfen wir dennoch annehmen, dass der 1. Rang für die «Wohnsiedlung Goldacker» nicht ganz grundlos dem Projekt der jungen Arbeitsgemeinschaft  StudioBoA & Amadeo Linke zugesprochen worden ist. Aufklärung verspricht eine Veranstaltung des Architekturforums Zürich. Unter dem Titel «Wettbewerb Wohnsiedlung Goldacker: Eine Betrachtung» findet am Mittwoch Abend eine öffentliche Diskussion mit Exponenten aus dem Beurteilungsgremium und weiteren Fachleuten statt. 

Situationsmodell des prämierten Projekts von StudioBoA und Amadeo Linke

«Kann heute eine Genossenschaftssiedlung mit kleinteiliger Struktur von Clustern in dorfähnlicher Konstellation ersetzt werden?», fragen die Veranstalter. «Was heisst das für die Strategie der Siedlungsentwicklung nach Innen, welche die Stadt für das Quartier vorgesehen hat? Gilt nach den grossformatigen Wohnbauten auf Stadtgebiet nun wieder small is beautiful? Und welchen Einfluss hat das Klima auf den Städtebau?»

Der Anlass findet am 27. November im Rahmen der Reihe «Architekturforum Zürich unterwegs» und daher nicht in den Räumen des Architekturforum statt. Befürworter, Kritiker und anderweitig Interessierte werden stattdessen bei HILDEBRAND Studios an der Wasserwerkstrasse 129 willkommen geheissen. Beginn: 19 Uhr.

Kommentare

Andreas Konrad 25.11.2019 11:43
Es gibt in der Schweiz wahrscheinlich etwa 4 « BSA » - Architekten , die das Handwerk des Minimalismus mit letzter Konsequenz und Detailversessenheit beherrschen . Doch allzuoft entstehen durch ungeübte Hand seelen- und strukturlose Monster , die mit ihrer lethargischen Trostlosigkeit die Gegend verschandeln . Das « Dörli » aber findet seine Tradition im gutschweizerischen « Baumeisterhaus » , das sich in klassizistischer Einfachheit und gekonnten Details überall in Zürich finden lässt . « Goldacker » ist also nicht nur ein respektvolles Entwerfen , ein Ernstnehmen der zukünftigen Bewohner , es ist auch fest im Zürcher Urboden verhaftet . Es ist ein Statement , eine geradezu aufklärerische Mission , sich vom Diktat der « ökonomischen Unterbringungseinheit » zu befreien . Ein angenehmes , ein richtiggehend poetisches Projekt , das sich wohltuend und für Zürich geradezu revolutionär vom verkopftem und brutalistischem Schwachsinn der letzten Jahre abhebt .
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