Visualisierung

Neuer Akzent auf verborgener Welt

Mit «präzisen städtebaulichen Interventionen» gewinnen Burkard Meyer den Wettbewerb für das Sportzentrum Kerenzerberg.

Nach über vierzig Betriebsjahren weist das Zürcher Sportzentrum Kerenzerberg «erheblichen Erneuerungsbedarf» auf: Die Sichtbeton-Bauten, die sich an einer Hangkante über dem Walensee sammeln, müssen saniert, das Raumangebot um eine Dreifachturnhalle, einen Werkhof und einen neuen Unterkunftstrakt erweitert werden. Zwei präzise städtebauliche Interventionen würden das prämierte Projekt von Burkard Meyer Architekten auszeichnen, schreibt die Jury. Zum einen die «nahtlose Vergrösserung» der bestehenden Turnhalle mit Werkhof und Dreifachturnhalle: damit werde das schwächste Glied des Ensembles aufgewertet und städtebaulich aktiviert. Zum anderen der «neue Akzent» des achtgeschossigen Unterkunftstrakts: dieser ergänze die prägnante Shilhouette des Bestand und lasse gleichzeitig einen attraktiven Aussenraum im rückwärtigen Teil der Anlage entstehen.

Neben diesen «einfachen, aber äusserst wirksamen Eingriffen» würdigt das Preisgericht insbesondere den Umgang mit dem Untergeschoss. Diese «verborgene Welt» sei zwar schon heute das funktionale Rückgrat der Anlage, besässe aber den «Charme eines utilitären Haustechnikkorridors». Mit einer umfassenden architektonischen Neuorganisation gelinge hier eine räumlich-atmosphärische Aufwertung: «Die drei neuen Lichthöfe bringen nicht nur Tageslicht bis tief ins Untergeschoss hinunter, sondern machen auch die Sportnutzung vom Eingangsbereich aus sicht- und spürbar». In der Gesamtschau bleibe festzuhalten, so die Jury, dass die Verfasser des prämierten Projekts «einmal mehr aufzeigen, dass mit dem Instrument des Architekturwettbewerbs auch die verborgenen Potentiale einer gegebenen Aufgabenstellung so frei gelegt werden können, dass damit qualitative Mehrwerte entstehen, die so auf den ersten Blick nicht unbedingt zu erwarten gewesen wären».

Sportzentrum Kerenzerberg, Erweiterung und Anpassungen
Projektwettbewerb im selektiven Verfahren für das Hochbauamt des Kantons Zürich
Fachjury: Boris Brunner, Daniel Niggli, Luca Selva, David Vogt
– 1. Rang: Burkard Meyer Architekten, Baden mit Vogt Landschaftsarchitekten, Zürich
– 2. Rang: E2A Architekten, Zürich
– 3. Rang: :mlzd, Biel
– 4. Rang: Adrian Streich Architekten, Zürich
– 5. Rang: pool Architekten, Zürich

Kommentare

habe fischer-liu 02.02.2016 17:24
...was für ein Akzent...meisterhaft...
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Ich kann das Bild nicht lesen