Pool Architekten schlagen einen pragmatischen Holzbau vor.

Modulares Museum

Das Stapferhaus Lenzburg will ein «Haus der Gegenwart» bauen. Den Wettbewerb dafür gewinnen pool Architekten mit einem modularen Holzbau.

Das Stapferhaus Lenzburg organisiert seit zwei Dekaden Ausstellungen zu den grossen Fragen der Gegenwart. Bisher fanden diese in einem alten Zeughaus statt, das der Institution aber nur temporär zur Verfügung steht. Darum plant das Stapferhaus vis-a-vis des Bahnhofsgebäudes ein «Haus der Gegenwart», in dem neben den Wechselausstellungen auch die Büros untergebracht werden, die derzeit im Schloss Lenzburg liegen. Den Architekturwettbewerb dafür gewinnen pool Architekten aus Zürich. Sie schlagen, keine edle Museumswelt vor, sondern eine pragmatische Blackbox. Der dreigeschossige Holzbau basiert auf einem einfachen Stützenraster, das mit dunklen Brettern verkleidet ist. Die Ausstellung beginnt bereits im Aussenraum: Beim Eingang planen die Architekten eine zweigeschossige Pergola, die Kuratoren bespielen können. Die beiden Ausstellungsgeschosse sind flexibel unterteilbar und fast stützenfrei. Einzelne Decken- und Fassadenelemente lassen sich herausnehmen, um Öffnungen zu schaffen. Die Jury ist sich nicht sicher, ob das System funktioniert, lobt aber den Gedanken der Veränderbarkeit. Insgesamt würdigt das Preisgericht das Projekt als «pionierhaften Kulturbau», der die gewünschte Offenheit ausstrahle. Die Finanzierung für den Neubau ist noch nicht gesichert. Im Budget klafft eine Lücke von 7.7 Millionen Franken, die das Stapferhaus erst stopfen muss.

«Haus der Gegenwart», Lenzburg
Selektiver Projektwettbewerb mit 18 Generalplanerteams für die Stiftung Stapferhaus Lenzburg

Fachjury: Alexandra Gubeli, Meinrad Morger, Martin Heller, Herman Kossmann, Marie-Noëlle Adolph, Helen Bisang, Kuno Schumacher, Ursina Fausch (Ersatz)
– 1. Rang: Pool Architekten, Zürich; mit Perolini Baumanagement, Zürich, Schmid Landschaftsarchitekten, Zürich
– 2. Rang: EM2N Architekten, Zürich; mit Balliana Schubert Landschaftsarchitekten, Zürich
– 3. : Karamuk Kuo Architekten, Zürich; mit Ganz Landschaftsarchitekten, Zürich
– 4. Rang: Buchner Bründler Planer, Basel; mit antón & ghiggi landschaft architektur, Zürich
– 5. Rang: :mlzd, Biel; mit KuhnLandschaftsarchitekten, Zürich
– 6. Rang: Boltshauser Architekten, Zürich; mit 4d Landschaftsarchitekten, Bern
– 7. Rang / Ankauf: sabarchitekten, Basel; mit Berchtold.Lenzin Landschaftsarchitekten, Liestal

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