Dokumentiert wahllos Architektur: Die «Schweizer Baudokumentation 2014»

Endlich ein Architektur-Jahrbuch der Schweiz?

Die Doku Media Schweiz präsentiert an der Swissbau die «Schweizer Baudokumentation 2014». Ein Buch das sich Architekturjahrbuch nennt, aber einfach wahllos 50 Bauten dokumentiert.

Holland hat eines, auch Österreich, nur die Schweiz nicht – ein Architekturjahrbuch. Nun hat sich Doku Media Schweiz die Mühe gemacht, ein solches herauszugeben. Es heisst «Schweizer Baudokumentation 2014» und will nicht in erster Linie die Spitzenkräfte des Bauens repräsentieren, sondern die ganze Bandbreite der Bauproduktion aus den verschiedenen Funktionsbereichen aufzeigen, schreibt Axel Riester, CEO Doku Media Schweiz im Vorwort. Soweit so gut.
Das Buch im Querformat und mit Hardcover zeigt 50 Projekte mit grossen Bildern auf je einer Doppelseite. Drei- bis fünfzeiligen Baubeschriebe auf deutsch und französisch begleiten die Bilder. Pläne gibt es auf diese Seiten keine, die Fotos sind Stimmungsbilder, auch Bildlegenden sucht man vergeblich. Die Projekte, die wie das E-Science-Lab der ETH Zürich oder das Einkaufszentrum Rosenberg in Winterthur keineswegs aus dem letzten Jahr stammen, sind in die Kapitel Wohnwelten und Arbeitswelten unterteilt. Es wird nicht die ganze Bandbreite der Bauproduktion präsentiert, wie im Vorwort versprochen, Kultur- oder Infrastrukturbauten, wo Schweizer Architekten auch stark sind, sucht man vergeblich. Jeweils am Ende des Kapitels gibt es dann zusammenfassend einen längeren neutralen Projektbeschrieb und ein oder zwei Grundrisse pro Projekt. Beim lesen dieser Seiten wird man das Gefühl aber nicht los, dass es diese Zusatzinfos nur gibt, um sogenannte Textanschlüsse zu generieren, mit denen die Werbung auf der gegenüberliegenden Seite teurer verkauft werden kann. Erstes Fazit: Das Buch hat das Zeug zum Jahrbuch nicht. Die Auswahl der Projekte bleibt undurchsichtig und wenig stringent, die Tiefe der Dokumentation klein und der Informationsgehalt niedrig. Und wenn dann im Impressum noch steht, dass «eine Überprüfung der Inhalte nicht stattfindet und dass die Doku Media Schweiz nicht für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben haftet» fragt man sich schon, ob die Publikation der Mühe wert ist. Vor allem in einer Auflage von 7000 Stück und der Absicht, die Publikation jährlich wiederkehrend herauszugeben.

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