Das Projekt ‹Citélac› von Bauzeit Architekten: Auf dem ehemaligen Areal der Expo.02 am Bielersee soll ein neues Stadtquartier entstehen. Fotos: bauzeit.com

«Kampfzone Erdgeschoss»

In ‹Der Bund› sprechen Bauzeit-Architekten über ihr Projekt ‹Citélac› am Bielersee. Das Rezeptbuch lautet: Durchmischung statt Kommerz, Dichte und ein belebter öffentlicher Raum.


Yves Baumann spricht von der «Kampfzone Erdgeschoss». Auf einer ganzen Seite spricht er mit seinem Partner Peter Bergmann in ‹Der Bund› über die Quartiersentwicklung auf dem ehemaligen Areal der Expo 2002 zwischen Biel und Nidau am Bielersee. Das siegreiche Projekt von Bauzeit-Architekten vertritt nur schon durch den Namen ‹Citélac› einen Anspruch: «Wir planen hier keine Gemeinde und auch keine Agglomeration, sondern ein urbanes Quartier.» War sie unter Urbanität verstehen, machen die beiden rasch klar:
Es geht erstens um Durchmischung statt Kommerz, um das «Ausbalancieren von privaten und gemeinschaftlichen Interessen». Viel zu häufig würden neue Quartiere heute unter einer «Dominanz des Privaten» leiden. Daher gäbe es nun auch wenige Wohnungen mit Blick auf den See. Diese «Demokratisierung der Seesicht» fördere  «flache Hierarchien». Es geht zweitens um Dichte. 2000 Einwohner sollen in bis zu neun geschossigen Baukörpern wohnen. Und es geht drittens um den öffentlichen Raum. «Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten vom Wohnatelier und Kleingewerbe bis zum Café» sollen in der erwähnten «Kampfzone Erdgeschoss» unterkommen. Private Vorgärten hätten hier nichts zu suchen. «Die Abgrenzung mit Zäunen und Hecken ist nicht sehr urban.»

Umgeben von Wald, See, Kanälen und einem Schloss gibt es also reichlich Ideen, um «das Paradies zu planen». Allerdings ist den Architekten auch bewusst, dass den guten Voraussetzungen «verschiedenste Interessen gegenüber» stünden. Doch sie sind zuversichtlich, auch bezüglich der Investorin Mobimo AG: «Dem Investor geht es nicht nur um Gewinnmaximierung. Er will hier etwas Spezielles bauen, eine Vision verwirklichen - was sich natürlich langfristig auch ökonomisch auszahlen wird.»

Weitere Meldungen:


– «Klares Ja für Weber-Kompromiss», titelt der ‹Tages-Anzeiger›. «Zweitwohnungs-Kompromiss auf gutem Weg», meint die ‹NZZ›. Bei der Verhandlung zur Umsetzung der Zweitwohnungs-Initiative macht der Nationalrat von den «laufend neuen Ausnahmen» nun «wieder einige rückgängig», erklärt die ‹Basler Zeitung›.

– Berner Bärenpark: ‹Der Bund› berichtet ausführlich von den Ausbauplänen des städtischen Tierparks und Wahrzeichen. Stadtpräsident Tschäppät ist nach dem Kostenfiasko von 2009 «skeptisch» und «überrascht» ob der schnellen, erneuten Ausbaupläne. ‹Der Bund› kommentiert: Tierparkchef Schildger bringe bloss «was ursprünglich geplant war» und redimensioniert wurde aufs Tapet. Doch angesichts der geologischen Probleme und der nötigen Geldsuche sei eine Realisierung ungewiss.

– «Kabellos schön» freut sich die ‹NZZ› über Ikea-Möbel mit eingebauten Ladestationen.

– Banksy, der wohl berühmteste Street Artist weltweit, wird zum «Vandale hinter der Plexiglasscheibe»: ‹Die Wochenzeitung› beschreibt die Schutzmassnahmen am «exklusivsten Betonpfeiler Hamburgs».

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