Gemeindefusionen tricksen Zweitwohnungsinitiative aus

‹Der Bund› spricht von «schlechten Nachrichten für Franz Weber». Seit der Annahme der Zweitwohnungsinitiative 2012 sank die Zahl jener Gemeinden, die keine weiteren kalten Betten erstellen dürfen von 570 auf 440. Bei den im Vergleich zum Vorjahr heuer von der Sperrliste gestrichenen 46 Gemeinden handelt es sich etwa hälftig um Korrekturen und Fusionseffekte. Investor Remo Stoffel möchte die Initiative durch eine Fusion von Chur mit Arosa und Obervaz «austricksen».


‹Der Bund› spricht von «schlechten Nachrichten für Franz Weber», die ‹Basler Zeitung› vermeldet bloss «Zweitwohnungsliste aktualisiert». Was passiert ist: Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) hat die Sperrliste jener Gemeinden aktualisiert, die seit der Annahme der Zweitwohnungsinitiative 2012 keine kalten Betten mehr erstellen dürfen, weil der Zweitwohnungsanteil über 20 Prozent liegt. Heuer wurden 46 Gemeinden von der Liste gestrichen. Laut ‹Basler Zeitung› konnten 26 Gemeinden nachweisen, dass ihr Anteil tiefer liegt, 20 Gemeinden konnten den Zweitwohnungsanteil «wegfusionieren». ‹Der Bund› hält es bei dieser Entwicklung für entscheidend, «dass die Gemeinden ihre Zweitwohnungsanteile letztlich selber deklarieren» und die Zahlen vom ARE bloss mit «Stichproben» überprüft würden und berichtet über einen Vorschlag von Investor Remo Stoffel betreffend des Fusionseffekts. Dieser schlug eine Vereinigung der Stadt Chur mit Arosa und Obervaz (Lenzerheide) vor, «um die Zweitwohnungsinitiative auszutricksen. Lokale Politiker zeigten sich fasziniert von der Idee.»

Weitere Meldungen:


– Wer ist glücklich? Der ‹Tages-Anzeiger› berichtet über eine grossangelegte Umfrage des Bundes und zeigt: Zufriedener sind unter 20jährige und über 50jährige, Deutschschweizer, Besserverdiener, Frauen und Zersiedler – Wohneigentümer in geringer Siedlungsdichte.

– Streit in Köniz: Laut ‹Der Bund› wird das Bauzonenmoratorium, «das schweizweit für Aufsehen sorgte und mit ein Grund war, dass der Gemeinde 2012 der Wakkerpreis verliehen wurde», ad acta gelegt. Das Parlament sieht die Kernforderungen als erfüllt an, die SVP widerspricht.

– Die Berner Genossenschaft Warmbächli plant partizipativ eine Wohnüberbauung für 200 Personen. «Es ist schon ein bisschen verrückt», meinen die Initianten in ‹Der Bund› und denken über Kletterwände und ein Indoor-Zaffaraya nach.

– Organische Solarzellen sind transparent, flexibel, ausserdem in der Herstellung günstiger und ökologischer als ihre Pendants aus Silizium. Doch wie die ‹NZZ› umfassend berichtet, weisen die immer neuen Rekorde, die publiziert werden, «Unstimmigkeiten» auf.

– Tour Triangle von Herzog & de Meuron: Die ‹NZZ› berichtet über die bevorstehende Abstimmung «über Sein oder Nichtsein des wohl ambitioniertesten Architekturprojekts in ganz Frankreich».

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