Der Bahnhofplatz als Empfangssalon? Eine Vision dank Züri-Tram im Untergrund. Fotos: Philipp Schaerer (Illustrationen)

Zürichs neues Tram fährt flink unter dem Boden

Der Zürcher Nahverkehr muss schneller werden und mehr Menschen transportieren. «Kein Problem», sagt ETH-Professor Ulrich Weidmann, «wenn das Tram im Zentrum unterirdisch fährt.»

Der Zürcher Nahverkehr  muss schneller werden und mehr Menschen transportieren. «Kein Problem»,  sagt ETH-Professor Ulrich Weidmann, «wenn  das Tram im Zentrum unterirdisch fährt.»Zürich, Limmatplatz. Alle Passagiere sind eingestiegen, die Türen schlies-sen sich, der Tramchauffeur beschleunigt: 50 Kilometer pro Stunde zeigt der Tacho. Das Tram taucht in den Untergrund, verlangsamt seine Fahrt und schwenkt nach rechts. «Nächster Halt: Sihlquai / Hauptbahnhof», klingt es aus dem Lautsprecher. Nach kurzem Zwischenhalt geht es weiter, quer unter den Gleisen des Hauptbahnhofs hindurch. Für die Autobahn war dieser Tunnel geplant, mit dem Bau der Durchmesserlinie der SBB wurde er im Rohbau vollendet. Nun fährt das Tram in der einen Röhre, Autos benutzen die andere und entlasten den Bahnhofplatz. «Nächster Halt: Le-Corbusier-Platz / Hauptbahnhof»; über uns liegt die Europaallee. Der Redaktor sitzt mit Ulrich Weidmann, ETH-Professor für Verkehrssysteme, im Tram. Sie haben Zeit, denn sie sind längst pensioniert. Wir schreiben das Jahr 2045. Vor bald 35 Jahren stellten sie in einer Titelgeschichte im Hochparterre das schnelle Züri-Tram vor. Hätte der Redaktor damals gedacht, dass er dereinst durch Zürichs Untergrund kurven wird? Leise gehofft hat er. «Klack», die Türen sind zu und die Fahrt geht weiter. Das Tram taucht tiefer in den Untergrund und unterquert in einer langen Linkskurve die Sihl und den Tunnel der Sihltal-Zürich-Uetliberg-Bahn (SZU). Ob es denn in dreissig Jahren noch Trams geben werde, fragten die Kolleginnen und Kollegen damals an der Redaktionssitzung. Selbstverständlich, davon war er überzeugt.Zürich sagte zweimal Nein Die ersten Pläne für ein unterirdisches Tram in Zürich entstanden rund hundert Jahre vor dieser fiktiven Fahrt, als das Tram zu einem Hindernis für den stark wachsenden Autoverkehr wurde. Der Generalverkehr...
Zürichs neues Tram fährt flink unter dem Boden

Der Zürcher Nahverkehr muss schneller werden und mehr Menschen transportieren. «Kein Problem», sagt ETH-Professor Ulrich Weidmann, «wenn das Tram im Zentrum unterirdisch fährt.»

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?