Paul Schneeberger, Martin Tschirren, Claudia Siegle und Joris van Wezemael (v.l.) besprechen, wie man bei der Produktion und der Förderung von Wohnraum auf die Erkenntnisse aus der Corona-Zeit reagieren soll.

Lernen vom Corona-Feldversuch: Jetzt sind Taten gefragt

Das Buch «Dezentralschweiz» skizziert, was wir raumplanerisch aus der Corona-Krise lernen können. Wer nimmt den Ball auf in Raumplanung, Mietrecht und Immobilienentwicklung?

Rückblickend war die Corona-Krise mit Lockdowns und Mobilitätsschranken ein Feldversuch für Raumplanung und Raumentwicklung. Dies haben Paul Schneeberger und Joris van Wezemael im Buch «Dezentralschweiz» deutlich herausgearbeitet. Sie identifizieren fünf Handlungsfelder: die dezentrale Arbeit und also weniger Zwangsmobilität, das Wohnen und Zweitwohnen, die Wiederkehr der kleinen Zentren und das Aufblühen der – nahen – Freiräume. Einer ihrer Schlüsse lautet: «Der Lebensstil der Pendlerinnen und Pendler aus der Dienstleistungsindustrie lässt sich basierend auf Erfahrungen aus der Pandemie Richtung mehr Sesshaftigkeit verändern». Aufgrunddessen skizzieren sie eine «Dezentralschweiz mit mehr Sesshaftigkeit und weniger Zwangsmobilität».   ###Media_2###Nun brennen wir zwar auf Erkenntnisse aus der Corona-Krise – aber sind wir auch bereit, daraus zu lernen? Um dies zu unterstützen, bringen die Autoren ihre Schlüsse an drei Veranstaltungen unter die Leute. Die erste fand – in Zusammenarbeit mit dem Urban Land Institute Switzerland – am 20. Juni an der ETH Hönggerberg statt (Video online). Gäste waren Claudia Siegle, noch wenige Tage Teamleiterin Entwicklung bei Mobimo Management, sowie Martin Tschirren, seit dem 16. März 2020 – dem ersten Arbeitstag im ersten Lockdown – Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen.   Erkenntnisse für die Wohnraumproduktion Das Bedürfnis nach dem «Zimmer mehr» für das Arbeiten zu Hause habe tatsächlich zugenommen, stellte Claudia Siegle fest. Auch nähmen die Menschen weitere Distanzen zu den Zentren in Kauf, der Radius der Wohnungssuche verlängert sich. Wer nicht täglich ins Büro pendeln muss, rechnet aus, dass sie oder er dafür länger unterwegs sein kann. Eine Zunahme der Wohn-Umzüge zeigt sich seit der Krise aber nicht. Weiterhin zügeln jährlich etwa zehn Prozent der Haushalte in der Sc...
Lernen vom Corona-Feldversuch: Jetzt sind Taten gefragt

Das Buch «Dezentralschweiz» skizziert, was wir raumplanerisch aus der Corona-Krise lernen können. Wer nimmt den Ball auf in Raumplanung, Mietrecht und Immobilienentwicklung?

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?