Clara Sollberger, BA-Arbeit «Flagge bekennen» erhält den sda ba award 2017.

Flagge bekennen

Clara Sollberger gewinnt mit «Flagge bekennen» den Swiss Design Association Bachelor Award der Hochschule Luzern – Design & Kunst. Die Arbeit interpretiert die Schweizerfahne auf überraschende Art.

Der sda ba award honoriert hervorragende Diplomandinnen und Diplomanden der

Partnerhochschulen des Berufsverbandes. Die Preissumme beträgt 500 Franken und eine dreijährige Mitgliedschaft. Aus den Studienbereichen Objekt Design, Textil Design und Design Management der HSLU D&K wurden fünf Arbeiten nominiert. Die Jury zeichnete «Flagge bekennen» von Clara Sollberger aus. Die Textildesignerin geht aus von der Schweizer Fahne, das quadratische Textil, das zugleich verbindet und ausschliesst und dessen Form die vielgelobte Diversität des Landes in ihren Augen nicht genügend zu repräsentieren vermag. Deshalb kombiniert sie die Flagge mit denjenigen der verschiedenen Nationen, die in

der Schweiz vertreten sind, und entwirft Tücher, die Statement und Accessoire zugleich sind. Von den textilen Entwürfen über die gestickte Öse für die Aufhängung bis hin zur Installation ist die Arbeit kongruent durchgestaltet, lobt die Jury. So gelingt Clara Sollberger die Balance zwischen ästhetischen und funktionalen sowie kommunikativen Aspekten. Der Mut zur Reduktion schafft den nötigen Raum für die Botschaft. Die Aussage, Fremdenhass mit Schönheit zu kontern, wird so eingelöst.


Die weiteren nominierten Arbeiten sind:

Das Altersheim ist für viele ein neues Zuhause, auch wenn es nicht selbstgewählt ist. Hier verbringen Seniorinnen und Senioren viel Zeit. Milena Brändli, Muriel Gregorin und Beatrice Moser liessen sich für ihre Textilkollektion von Weisheiten, Geschichten und Ausrufen von Senioren und Seniorinnen inspirieren. Ihr Projekt  «Älter bini no nie gsi» basiert auf einer fundierten Recherche und der sorgfältigen Untersuchung der Zielgruppe und deren Umfeld, lobt die Jury. Sogar an die Besucherinnen und Besucher der Senioren wurde gedacht. Die Vielfalt der Entwürfe und angewandten Techniken beeindruckt, ebenso die interessanten haptischen Komponenten der vielseitig einsetzbaren Stoffe.

Seen prägen das Landschaftsbild der Schweiz – doch wie sieht es unter der Wasseroberfläche aus? Die Objektdesignerin Nora Wagner schuf mittels Keramik-3-D-Drucker von Bergseen inspirierte Objekte. Die Ästhetik der kumulierten Schichten erinnert an Höhenlinien, das Druckmaterial an Sedimentgestein. Am Projekt «BergSee» beeindruckt und überzeugt die forschende Herangehensweise und die fundierte Auseinandersetzung mit dem Material und der Technik. Die entstandenen Objekte wirken in ihrer eingearbeiteten Farbgestaltung poetisch und ansprechend. Die Auseinandersetzung mit der Technik der digitalen Fabrikation und der generativen Gestaltung bietet die Möglichkeit neue Geschäftsfelder im Kunsthandwerk zu erschliessen.

Mit  «HAZEL» hat Jona Messerli ein Sitzmöbel für eine oder zwei Personen entworfen. Das Grundmaterial liefert der einheimische Haselstrauch, das Design basiert in Anlehnung an den Windsor-Stuhl auf einem Steckprinzip. Die Bearbeitung mit handwerklichen und digitalen Fertigungstechniken betont das Spannungsfeld zwischen natürlicher Wuchsform und bewusster Formgebung. Die Arbeit vermittelt einen sorgfältigen und umsichtigen Umgang mit dem Material in der Verarbeitung. Der Ansatz Astholz zu verwenden und sich die Feuchtigkeit des frischen Materials für die Technik des Holzbiegens nutzbar zu machen ist überraschend. Das gewählte Format der etwas zu schmalen Bank, die Zweisamkeit betont, ergibt mit der Symbolik der Hasel eine runde Geschichte.

Jede und jeder kennt die Situation wenn bei einem Teamprojekt die Zusammenarbeit harzt. Raphael Regli hat mit «The Firefighter» als Abschluss seines Designmanagement-Studiums ein Tool entwickelt, mit dem Arbeitsgruppen solche Situationen ohne externe Hilfe aufarbeiten und lösen können. Ein Kartenset führt die Gruppen durch einen Prozess, bei dem typische Konfliktarten angesprochen und analysiert werden. Das Kartenset wirkt wie ein Spiel und kann dabei helfen, sich auf sensible psychologische Prozesse einzulassen. Dass es sich dabei um ein analoges Tool handelt überrascht und gefällt.

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