Ronan und Erwan Bouroullec, Kollektion Kaari Fotos: zVg

Artek zum Geburtstag

Der Produzent Artek prägt seit achtzig Jahren wie kein anderer Möbelproduzent den finnischen Alltag. Kein leichtes Unterfangen, diese Tradition fortzuführen. Zum Jubiläum trugen Ronan und Erwan Bouroullec eine Erweiterung bei, die überrascht.

Der Produzent Artek prägt seit achtzig Jahren wie kein anderer Möbelproduzent den finnischen Alltag. Die Firma bot Hilfe zur Selbsthilfe: Sie wurde 1935 vom Designer Alvar Aalto, seiner Frau Aino Aalto, der Kunstfördererin Maire Gullichsen und dem Kunsthistoriker Nils-Gustav Hahl gegründet. Ähnlich wie beim vier Jahre davor gegründeten Schweizer Wohnbedarf,  der «Lebensform und Wohnkultur miteinander verschmelzen lassen» wollte, suchten die Artek-Gründer einen Weg, «Möbel zu verkaufen und durch Ausstellungen und andere bildende Massnahmen eine moderne Wohnkultur zu fördern.» Noch heute umfasst das Sortiment viele Möbel, Einrichtungsgegenstände und Lampen von Alvar Aalto, hinzu kamen über die Jahre aber auch Möbel von Ilmari Tapiovaara und Hari Koskinen, die in ihrer ikonischen Kraft nicht hinter Alvar Aaltos Entwürfen zurückstehen. Und noch immer werden die aus hellem Birkensperrholz gefertigten Möbel in derselben Fabrik nördlich von Helsinki produziert.

Kein leichtes Unterfangen, diese Tradition fortzuführen. In den letzten Jahren kamen Entwürfe von Shigeru Ban, Ville Kokkonen oder Konstantin Grcic. Zum Jubiläum trugen Ronan und Erwan Bouroullec nun eine Erweiterung bei, die überrascht. Sie kombinieren für die Kollektion Kaari, die Tische und ein Wandregal umfasst, hölzerne Träger mit gebogenen Streben aus Stahl. Das Stahlband zeichnet eine freie Kontur und stützt die Tischbeine. Im Wandregal erinnert die Form entfernt an Alvar Aaltos Bogen, die er in seinen Entwürfen aus dampfgebogenem Birkenholz einsetzte.

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