Bibliothek

Bilder einer Bibliothek

Die meisten Publikationen widmeten sich der reinen Architektur, ohne auch nur einen einzigen Menschen zu zeigen, beklagt sich Max Dudler und legt Hochparterre das Buch ans Herz, das die von ihm entworfene Bibliothek der Humboldt-Universität in Berlin vorstellt — mit Bildern, auf denen es von Menschen wimmelt.

Die Leute studieren in den Lesesälen, lehnen rauchend an der Fassade, essen in den Aufenthaltsräumen, bringen Kinder in die Kinderstube, beraten und archivieren. Die Bilder zeigen, in welchen Variationen sie lesen, sich zerstreuen, einnicken, studieren, schreiben. Das lenkt tatsächlich von der Architektur ab. Immerhin kommt sie in Stefan Müllers doppelseitigen menschenleeren Farbaufnahmen zum Zug, während Barbara Klemms Reportage in Schwarz-Weiss auftritt. Beide Fotografen zeigen, was die Texte erklären. Bibliotheken müssen, schreibt Hartmut Böhme, «die Gegenwart aller Zeiten, welche sie in sich vereinigen, mit der realen Gegenwart ihrer Leser versöhnen».

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