«Daylight as a driver»: David Nelson, Head of Design, Forster + Partner bei seinem Vortrag.

Tageslicht in die Stadtplanung bringen

Am ‹Velux Daylight Symposium› präsentierten Expertinnen und Experten in London ihre Forschungsergebnisse rund ums Tageslicht. Hochparterre.ch war dabei.

Die Menschen nach draussen holen, und Tageslicht ins Innere bringen. So fasste der amerikanische Architekt Christoph Reinhard am ‹Velux Daylight Symposium› seine Anliegen zusammen. Reinhard und weitere Expertinnen und Experten präsentierten Anfang September in London ihre jüngsten Forschungsergebnisse. Viele Referenten fokussierten sich auf die medizinische Wirkung des natürlichen Lichts und forderten von den Stadtplanern, sich vermehrt mit Tageslicht zu befassen. Es sei für die Lebensqualität der Menschen zu wichtig, als dass es in der Planung nur nebenbei berücksichtigt werden könne. Denn wenig überraschend zeigen alle Studien: je mehr Tageslicht, desto höher das Wohlbefinden. Noch mangelt es in der Forschung an Standards und Methoden. Marilyne Andersen, Professorin an der EPFL, will das verbessern. Es fehle eine Matrix, um die Forschung zu überprüfen, meinte Andersen und forderte ein Regelwerk, das aufzeige, wie Tageslicht in die Stadtplanung und in den architektonischen Gestaltungsprozess integriert werden kann. Erst dann seien die Behörden in der Lage, dies in den Planungsprozessen einzufordern.
Das Programm des Symposiums war dicht: Bis zu zwanzig Referenten pro Tag überhäuften das Publikum im Halbstundentakt mit Powerpoint-Präsentationen. David Nelson, Designchef des britischen Architekturbüros Foster + Partners präsentierte seine Erfahrungen mit Glas und Tageslicht und meinte zum Schluss, er möge die modernen Glasbauten nicht mehr. Von aussen seien sie schwarze Klötze, man sehe das Innenleben nicht. Die Veranstaltung nahm einen poetischen Abschluss, der das Publikum nachdenklich stimmte: das Ende der Nacht. Ein Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung ist heute kaum mehr zu erleben. 

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