Die generische Replika einer brasilianischen Favela - mit der Software «CityEngine» Software prozedural nachgebaut und photorealistisch gerendert.

Raumtraum

Die Weltmeisterschaft in Brasilien geht in die heisse Phase. Motiviert von unserer einstigen Rubrik «Raumtraum» senden uns Matthias Bühler und Cyrill Oberhänsli eine Anmation zum Thema.

Die Weltmeisterschaft in Brasilien geht in die heisse Phase. Motiviert von unserer einstigen Rubrik «Raumtraum» haben uns Matthias Bühler und Cyrill Oberhänsli eine Animation zum Thema zugeschickt: Eine generische Replika einer brasilianischen Favela - mit der Software «CityEngine» Software prozedural nachgebaut und fotorealistisch gerendert. Prozedural bedeutet, dass sämtliche Haus-Geometrien rein regelbasiert aufgebaut werden, jedes Haus also ist ein Unikat. «Wir haben das Projekt während der letzten zweieinhalb Jahre als Hobby entwickelt und circa 650 Stunden Arbeit investiert.» Dafür haben sie unzählige Bilder aus dem Internet studiert um zu verstehen, wie eine Favela strukturell aufgebaut ist. «Zu verstehen wie architektonische und nicht-architektonischen Elementen verteilt sind, war der Schlüssel um das Ganze plausibel nachzubauen.» Zu Beginn studierten sie Baukörper: Geschossigkeit, Vor- und Rücksprünge der Volumen, verschiedene Dichten. Mit der Zeit ginge sie dann weiter zu Fassadenstudien, in denen wiederum sekundäre Elemente wie Klimageräte, Blumentöpfe, Elektrokabelanschlüsse, Wäscheleinen oder aus der Wand ragende Rohre erstellt wurden. Und sie modellierten die Dachlandschaften mit typischen Objekten, wie den Regenwasserbehältern und erstellten ein Regelwerk, um verschiedene Pflanzentypen zu formen. Den Abschluss bildet schliesslich ein Miniaturmodell ebendieser gerenderten Favela, für das Matthias Bühler und Cyrill Oberhänsli nochmals einen kompletten digitalen Hobbyraum als Setting erschufen – alle Ergebnisse versammeln sie in einer 40 Sekunden langen Animation. 

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Kommentare

Paolo Varese 08.07.2014 15:54
(Dieser Kommentar wurde auf Wunsch des Autors gelöscht. Die Redaktion.)
Harald König 09.07.2014 16:26
Dank der Einbettung in einen Hobbyraum mit Spuren eines jungen, männlichen Erwachsenen (Radpanzer Modell) und dem Elektrosoundtrack wird man beim Betrachten auf eine falsche Spur gelockt: man glaubt den Gametrailer für einen Favela First Person Shooter anzusehen und nicht das Resultat einer längeren Recherche. So beeindruckend das dargestellte technische Können ist, so unklar bleibt Absicht und Haltung der Autoren.
Sasha Cisar 09.07.2014 20:12
Ehrlich gesagt halte ich es übertrieben dazu ein Gespräch mit Angelil oder Brillenbourg/Klumpner zu suchen. Das wird diese wenig interessieren. Auch bin ich mit der Materie und solchen city-engines vertraut, aber das hat mit der Thematik der Favela wenig zu tun sonder wie weiter oben geht mehr in Richtung von virtuellen Realitäten wie Shooter und dergleichen, das besteht schon zuhauf. Eine prozessuale city engine zu verwenden ist eine Sache, diese mit Texturen einer Favela zu belegen eine andere. Was soll daraus gelernt werden, was die oben genannten Experten nicht schon durch ihre Arbeit erfahren haben. Diese Arbeit verfällt dem sogenannten Favela Chic und bleibt daher ausser der vielleicht technischen Aspekte uninteressant. Sparen Sie sich die Mühe. Mfg SC
Matthias Buehler 09.07.2014 10:30
Sehr geehrter Herr Varese, Ich kann Ihre impulsive Reaktion als erste Interpretation auf was Sie sehen nachvollziehen, doch kann ich meine Intentionen ueber dieses lang andauernde Projekt nicht in einem kurzen Kommentar zufriedenstellend aeussern. Ich wuerde mich freuen, Ihnen in einem Gespraech die Hintergruende naeher bringen zu koennen. Eventuell moechte jemand vom Hochparterre am Gespraech teilnehmen ?
Palle Petersen (Hochparterre) 09.07.2014 10:59
«Slum-Hopping» und «Social Bungeejumping» sind interessante Themen und berechtigte Vorwürfe. Ein Gespräch darüber, allenfalls gemeinsam mit Brillembourg/Klumpner und Marc Angélil könnte interessant sein und müsste über diesen Einzelfall hinausweisen. Bitte schreiben Sie mir ein Email bei Interesse (Paolo Varese, bitte stellen Sie sich darin auch kurz vor) und ich werde die Idee in der Redaktionssitzung morgen vortragen. MfG PP
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