Die verwinkelte Figur des Alters- und Pflegeheims Birsfelden schafft vielfältige Bezüge. Fotos: Hannes Henz

Lieblingsplatz am 
Lebensabend


Der Altbau des Alters- und Pflegeheim Birsfelden aus den frühen Achtzigerjahren genügte den heutigen Anforderungen nicht mehr. Statt einer Sanierung mit Erweiterungsbau schlugen Chebbi Thomet Bucher Architektinnen einen etappierbaren Neubau vor.

Der neuste Zeuge der regen Bautätigkeit entlang der Birs ist das Alters- und Pflegeheim Birsfelden. Der Altbau aus den frühen Achtzigerjahren genügte den heutigen Anforderungen nicht mehr. Statt einer Sanierung mit Erweiterungsbau schlugen Chebbi Thomet Bucher Architektinnen einen etappierbaren Neubau vor.


Der vier- bis fünfgeschossige Baukörper vermittelt zwischen den heterogenen Elementen seiner Umgebung: Wohntürme, Familiengärten und Wald. Das Altersheim markiert Präsenz durch seine horizontale Ausdehnung, betont von der klar strukturierten Fassade. Umlaufende Bänder aus hellen Glasfaserbeton-Elementen bilden die Deckenstirnen ab und folgen der verwinkelten Figur. Dazwischen reihen sich dunkle Fensterelemente aneinander, von denen jedes ein Zimmer abbildet. Gewelltes Blech gleicher Farbe verkleidet die geschlossenen Fassadenabschnitte und spielt mit dem einfallenden Licht.


Quer durch das Gebäude erstreckt sich die Eingangshalle. Daran grenzen die öffentlichen Nutzungen wie Restaurant und Saal. Auch die Pflegeeinrichtungen und Personalräume befinden sich im Erdgeschoss. Darüber bilden die s-förmig angelegten Obergeschosse zwei Höfe. Nebst der Belichtung der Zimmer dienen sie der Demenzabteilung als Aufenthalts- und Bewegungsräume im Freien. Lange Erschliessungswege sind die Folge der Ausdehnung in der Fläche, doch statt monotoner Korridore schufen die Architektinnen grosszügige, vielseitig nutzbare Räume: Einmal endet der Erschliessungsraum in einer privaten Sitznische vor einem Zimmer, ein anderes Mal führt er zum Ess- und Aufenthaltsbereich einer Wohngruppe. Entlang der Fassade laden Sitzgruppen zum Verweilen ein, bevor sich der Raum wieder so weit ausdehnt, dass er einer kleinen Veranstaltung Platz bieten kann. Die beiden Hofsituationen schaffen Sichtbezüge und erleichtern die Orientierung. Ein Blick aus dem Fenster Richtung Norden zeigt, wie nahe sich das neue Altersheim und die bestehenden Alterswohnungen kommen. Diese sollen ebenfalls einem Ersatzneubau weichen. Er ist bei den Architektinnen des Altersheims in Planung. 


Alters- und Pflegeheim, 2013


Hardstrasse 71, Birsfelden BL


– Bauherrschaft: Stiftung Alters- und 
Pflegeheim Birsfelden


– Bauherrenbegleitung: Fuhr Buser Partner 
Bauökonomie, Basel


– Architektur: Chebbi Thomet Bucher
 Architektinnen, Zürich


– Baumanagement, Generalplaner: Rapp 
Arcoplan, Basel


– Landschaftsarchitektur: Fontana Landschaftsarchitektur, Basel


– Auftragsart: öffentlicher Wettbewerb im 
selektiven Verfahren


– Kosten (BKP 1– 9): CHF 55,4 Mio.


– Gebäudekosten (BKP 2 / m³): CHF 685.–

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