In St.Gallen wieder Architekten ausbilden

Ab Herbst 2017 sollen an der Fachhochschule St.Gallen wieder Architekten mit Schwerpunkt Baurealisierung ausgebildet werden. Der Kantonsrat nahm am Dienstag von einem entsprechenden Bericht Kenntnis.

Zehn Jahre nach dem Ende der Bautechniker-Ausbildung sollen ab Herbst 2017 in St.Gallen wieder Architektinnen und Architekten ausgebildet werden. Der Lehrgang war damals wegen neuer Vorschriften des Bundes und wegen zu wenig Studierenden eingestellt worden. Inzwischen haben die Architekturbüros in der Region dies zu spüren bekommen. Sie beklagen sich über Nachwuchssorgen. Junge Architektinnen und Architekten bleiben nach der Ausbildung oft an ihren Studienorten in Winterthur oder Zürich.

Schon vor drei Jahren verlangten zwei Kantonsräte einen Bericht zur Wiedereinführung – am Dienstag wurde er diskutiert und zur Kenntnis genommen. Es gab aber auch kritische Stimmen. Die FDP-Fraktion wollte die Ausbildung dem Schulstandort Rapperswil angliedern, weil dort schon ähnliche Fächer und Landschaftsarchitektur unterrichtet würden. Die SP und die Grünen fanden einen Mini-Lehrgang mit bloss 25 Studierenden pro Jahrgang grundsätzlich falsch.

Weil die Fachhochschulen selber die Architektenausbildung in St.Gallen begrüssen, stellte das Kantonsparlament nun auch die Weichen so. Der Ausbildungsgang wird mit dem Angebot der HTW Chur koordiniert, die Grundstufe soll gemeinsam organisiert werden. Nach dem grundsätzlichen Ja im St.Galler Parlament müssen sich nun auch noch die Kantone Thurgau und beide Appenzell für den Lehrgang aussprechen. Ab Herbst 2017 soll er dann starten. Als Schulräume stehen zwei Pavillons auf dem Areal des kaufmännischen Berufs- und Weiterbildungszentrum St.Gallen zur Diskussion, die dann nicht mehr gebraucht werden.

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