Aufgeweitete Aare: Der Aaresteg bei Rupperswil tritt als flaches Band in Erscheinung. Fotos: Wilfried Dechau

Fin de chantier: Elegante Flussquerungen

Im Rahmen des Auenschutzparks Aargau weitete der Kanton Aargau die Aare zwischen Rupperswil und Auenstein auf. Zwei Fussgängerstege erschliessen dieses neue Naherholungsgebiet.

Im Rahmen des Auenschutzparks Aargau weitete der Kanton Aargau die Aare zwischen Rupperswil und Auenstein auf und gestaltete eine Flussaue. Zwei Fussgängerstege erschliessen dieses neue Naherholungsgebiet. Die Konstruktion der Stege durfte die Wasservögel nicht gefährden und nicht in den Fluss eingreifen. Deshalb kamen Seilsysteme wie Hängebrücken und Schrägseilbrücken nicht in Frage, da Vögel Seile nicht sehen, in diese hineinfliegen und verenden. Eine leichte Spannbandbrücke war das einzige System, das die Vorgaben der Bauherrschaft erfüllte. Beide Stege sind identisch konstruiert, sie sind jedoch an die jeweiligen Begebenheiten angepasst.

Zwei Stahlbänder bilden die Haupttragelemente und sind gleichzeitig die Gurte des horizontalen Rautenfachwerks, das den Überbau gegenüber seitlichen Schwingungen und Wind versteift. Geländer und Gehwegaufbau sind so konstruiert, dass die Schwingungen der Brücke begrenzt bleiben. Bei den Widerlagern und den Zwischenabstützungen setzten die Ingenieure anstelle eines Sattels Gelenke aus Edelstahl ein. Dies ist bei Fussgängerbrücken möglich, da hier ein Knick im Längsgefälle nicht stört. Kunststoffplatten trennen die Gelenke von der übrigen Stahlkonstruktion ab und verhindern damit die Kontaktkorrosion zwischen Edelstahl und Baustahl.

Dieser Brückentypus hat zwei weitere Vorteile: Er fügt sich zurückhaltend in die Auenlandschaft und führt die Benutzer nahe an die Wasseroberfläche heran. Die Stege sind in das bestehende Wanderwegnetz eingebunden und bieten eine neue Fussgänger- und Veloverbindung zwischen den Gemeinden Auenstein und Rupperswil. Das Projekt wurde letzten Herbst mit dem SIA Aargau Preis 2011 ausgezeichnet. Dieser pries die individuelle Lösung des Projekts für den Langsamverkehr, den Umgang mit sensiblen Flusszonen und das Verbinden zweier Gemeinden dank der Brücken.

Aarestege, 2010

Auenstein und Rupperswil AG

– Bauherrschaft: Kanton Aargau

– Projektverfasser: Conzett Bronzini Gartmann Ingenieure, Chur

– Bauleitung: Wilhelm + Wahlen Bauingenieure, Aarau

– Spezialtiefbau und Baumeisterarbeiten: Rothpletz, Lienhard, Aarau

– Stahlbau: Paul Gysin Stahl- und Apparatebau, Böckten

– Steg Auenstein: Gesamtlänge 85,5 m; Spannweite zwischen Gelenken 53,3 m

– Steg Rupperswil: Gesamtlänge: 105 m; Spannweite zwischen Gelenken 74 m

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