Abschlussfeier: Die Dozenten und zehn Studierende der HSLU T&A, drei indische Studentinnen, Ambica Ganesh und Pornika Ray von IN:CH architects + planers sowie das Bamboo Center Team und die Bewohner vom Sristi Village rund um Gründer G. Karthikeyan

Indisches Abenteuer

Studierende der HSLU haben während einer Summerschool in Indien ein traditionelles Gebäude gebaut. Als Baumaterial verwendeten sie Bambus, Ziegel, Kokosnussschnur, Bambusnägel und Palmblätter.

Die Hochschule Luzern – Technik & Architektur hat im Rahmen der Summerschool Indien des Fachbereichs Bau ein traditionelles Gebäude von 4.50 x 6.00 m in neun Tagen errichtet. Unser Partner in dem Projekt ist das Büro IN:CH architects + planers und unser Bauherr die Sristi Village Foundation, eine Organisation, die beeinträchtigten Menschen eine Lebensperspektive gibt und sich selbstversorgt. Als Baumaterial wird Bambus, Ziegel, Kokosnussschnur, Bambusnägel und Palmblätter verwendet. Während des Bauprozesses änderte die Nutzung: Aus dem Haus wird nun anstelle einer Austernpilzfarm ein Wohnhaus für 15 Personen.

Skizze Luftzirkulation

Von der ruhigen und sauberen Schweiz kommen wir ins lebendige Indien. Bangalore, die drittgrösste Stadt im Land, ist so etwas wie das indische Silicon Valley. Die Stadt war früher aufgrund des angenehmen Klimas der Sommererholungsort der britischen Kolonialherren; bei unserer Ankunft haben wir angenehme 20°C. Heute ist Bangalore eine rasant wachsende Metropole, welche von Lärm, unzähligen Tuk Tuk’s und staubigen Strassen geprägt ist, welche aber auch viele Grünanlagen, Märkte und ein reiches kulinarisches Angebot bereithält.
Nach drei Tagen, geprägt vom ersten Kulturschock, machen wir uns auf den holprigen Weg in Richtung Osten an die Küste. Dort befindet sich das multikulturelle und spirituelle Dorf Auroville. Das sogenannte «Bambus Center» in Auroville wird für die nächsten Tage unser Zuhause sein. Dort haben wir gezeichnet, Modelle gebaut, Materialtests gemacht und italienisches Essen vom Kurier bestellt. Dazwischen reihen sich Sitzungen mit unseren Partnern, den lokalen Profis sowie unseren Dozierenden.

Unsere nächste Etappe ist die Baustelle im ländlichen Sristi Village. Diese liegt ungefähr eine Autostunde westlich unserer Unterkunft. Vor Ort erwartet uns die heisse Tropensonne, welche bei ohnehin schwülem Klima, mit erbarmungslosen 37 Grad auf uns niederbrennt. Wir unterteilen uns in interdisziplinäre Teams, welche sich darauffolgend um unterschiedliche Bauteile kümmern. Für das Haus legen die lokalen Arbeiter ein Betonfundament mit Primärstützen aus Bambus sowie einem Sockel aus Backstein. Anschliessend bauen wir mit primären und sekundären Trägern weiter, welche das Gebäude überspannen. Für die Dachkonstruktion haben wir eine besondere Tragwerkslösung erarbeitet. Wir installieren ein Zugband, welches wie bei einer Hängebrücke an zwei Pfeiler aufgehängt ist. Durch den so entstehenden stützenfreien Luftraum wird die Luft kanalisiert und es gibt eine gute Zirkulation durchs Haus.

Das fertige Gebäude (Foto: Ambica Ganesh)

Nach vollbrachter Arbeit geniessen wir zum Feierabend ein Kingfisher (ein lokales Bier) auf der Terrasse unserer Unterkunft. Rechtzeitig können wir das Bauprojekt fertigstellen und zum Schluss bei einer herzlichen Abschlusszeremonie im Kreis alle Beteiligten abschliessen.

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