Links: Gestell aus Aluminium und Chromstahl. Rechts: Gestell mit Taschen

Eine Einkaufshilfe für das Self-Scanning

Stefanie Bachmann hat in ihrer Bachelorarbeit an der HSLU einen Einkaufstrolley entwickelt, der die selbst gescannte Ware heil nach Hause bringt.




Ich wollte meine Bachelorarbeit einem ganz persönlichen Problem widmen. Bereits zu Beginn bemerkte ich jedoch, dass es vielen anderen Menschen gleich geht.

Ich wohne sehr zentrumsnah und besitze kein Auto. Um einzukaufen nehme ich meinen Trolley und geh zu Fuss zum nahegelegenen Detailhändler. Der verspricht mir dank des neuen Self-Scanning-Systems einen schnellen, stressfreien Einkauf. In der Theorie funktioniert das so: mit der Kundenkarte hole ich mir einen Handscanner, scanne während des Einkaufs die Güter, verpacke sie in den Trolley, gebe den Scanner zurück, bezahle und verlasse den Laden.

Die Realität gestaltet sich jedoch etwas anders. Um den Konsumenten anzulocken, präsentieren die meisten Geschäfte gleich am Eingang das frische Gemüse und die saftigen Früchten. Daran hat sich auch mit der Einführung des Self-Scannings nichts geändert. Handelsübliche Einkaufstrolleys bestehen aus einem Gestell, kleinen Rädern und einem einzigen, sackartigen Behältnis. Durch diese Kombination geht der Hauptvorteil des Self-Scanning-Systems komplett verloren, nämlich dass ich die Produkte während des Einkaufens direkt einpacken kann. Die leicht zerquetschbaren Güter würden ganz unten im Trolley landen und den Transport nach Hause wohl nicht überstehen.

Meine Bachelorarbeit soll genau dieses Problem lösen. Der Self S*hopper verfügt über drei Behältnisse: Oben eine kleinere Tasche für leichte und zerquetschbare Güter, unten eine Kühl- und eine normale Einkaufstasche. Alle Taschen werden mittels Druckknöpfen am Gestell befestigt und können abgenommen werden. Die kleine Tasche verfügt zusätzlich über ein seitliches Fach für die Aufbewahrung des Scanners während des Einkaufs und ein verstecktes Reissverschlussfach auf der Rückseite für persönliche Dinge und Wertgegenstände. Der Self S*hopper ist etwas höher als die handelsüblichen Trolleys, so dass Menschen jeder Körpergrösse den Wagen bequem ziehen können. Die Textilien sind wasserabweisend und waschbar. Die grossen Räder helfen Treppen und Hindernisse leicht zu überwinden. Das Gestell besteht aus Aluminium und Chromstahl, der Griff ist aus Massivholz gefertigt.

Seit meinem Bachelorabschluss verwende ich meinen Self S*hopper bei jedem Einkauf, um ihn auf Herz und Nieren zu testen. Dabei zieht er regelmässig interessierte Blicke auf sich. Auch bei der Ausstellung ‹neue Räume 17› ist mein Trolley auf grosses Interesse gestossen. Daher möchte ich eine Kleinserie anzufertigen, um auch anderen Konsumenten den Einkauf mit dem Self-Scanning-System zu erleichtern. Momentan arbeite ich noch an kleinen Anpassungen und Optimierungen – auch eine Befestigung fürs Fahrrad habe ich angedacht.

* Stefanie Bachmann hat 2017 den Bachelor in Objektdesign an der Hochschule Luzern Kunst & Design abgeschlossen.

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