Ein Gefäss, das sich auf die traditionelle Wasseraufbewahrung in Tonkrügen in heissen Gegenden zurückbesinnt.

Die Quelle im Gefäss

In ihrem Studium an der HSLU hat sich Jasmin Pfiffner mit dem Element Wasser beschäftigt. Entstanden ist daraus eine Produktidee, die sie auch über das Studium hinaus weiterverfolgen will.

Zu Beginn des Bachelorstudiums wurden wir darauf hingewiesen, dass der Studiengang Materialdesign den Studierenden besonders viel Raum biete, ihre persönlichen gestalterischen Interessen zu verfolgen und auszubauen, um als Gestalter mit starkem Profil in die Berufswelt einzusteigen. Wasser hat in allen meinen Arbeiten eine grosse Rolle gespielt. Durch die Möglichkeit, mich während meines Studiums intensiv mit diesem Element zu beschäftigen, ist eine Produktidee entstanden, die ich über meine Zeit an der HSLU hinaus verfolgen kann.

Es gibt keine vergleichbare Substanz, deren Formenvielfalt mit derjenigen von Wasser vergleichbar wäre. Wasser ist der aktivste Gestalter unserer Erde - sein natürlicher Kreislauf ist unentwegt in Bewegung. Beim genaueren Betrachten eines Flusses können wir immer neu entstehende Wirbelbewegungen beobachten. In Wirbeln kann sich das Wasser am effizientesten fortbewegen. Zugleich nimmt es in diesen rhythmischen Bewegungsabläufen am meisten Sauerstoff auf. Je bewegter das Wasser also ist, desto frischer erscheint es demjenigen, der es trinkt. Wasser von einer Quelle zu trinken ist um vieles vitalisierender, als Wasser aus einer PET-Flasche, die luftdicht verschlossen über Monate gelagert wurde.

Aus meiner Auseinandersetzung mit Wasser ist ‹amphora› entstanden: ein Gefäss, das sich auf die traditionelle Wasseraufbewahrung in Tonkrügen in heissen Gegenden zurückbesinnt. Aufgrund der Porosität des Tonkruges dringt das Wasser durch die Gefässwand nach aussen und verdunstet. Die Verdunstungskälte hält das Wasser im Innern des Kruges kühl. Das Wasser an der Gefässwand ist daher immer etwas kühler als das Wasser in der Gefässmitte, was eine anhaltende Zirkulation im Gefäss bewirkt. Zusätzlich zu diesem einfachen, vielerorts aber in Vergessenheit geratenen Vorgang erhält ‹amphora› einen gläsernen Ausgussaufsatz, der die Wirbelbewegung des Wassers beim Ausschank begünstigt. Das Gefäss ist in seiner Formensprache dezent – es überlässt den gestalterischen Aspekt seinem Inhalt.

* Jasmin Pfiffner hat diesen Sommer ihr Studium in Materialdesign an der Hochschule Luzern Kunst & Design abgeschlossen

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