Der Kanton Zug wächst stärker als die restliche Schweiz. Bis 2050 sollen 30 000 Menschen zusätzlich im Kanton leben, also über 20 Prozent mehr als heute. Um seine Spitzenposition im Standortwettbewerb halten zu können, muss und will Zug sein Wachstum in qualitätsvolle Bahnen lenken. Zwei Themenhefte über den Kanton Zug sind bereits bei Hochparterre erschienen. Das Heft ‹Zug – Ansichten und Aussichten einer Stadtlandschaft› dokumentierte 2008 den rasanten baulichen Wandel. Ein weiteres Heft behandelte 2015 den Erhalt von und den Umgang mit den ‹Zuger Landschaften›. Inzwischen wurde die bauliche Entwicklung erfolgreich nach innen gerichtet. Das hat die Zersiedelung eingedämmt, bringt aber neue Herausforderungen mit sich. Dieses Heft richtet den Blick auf die Zuger Stadtlandschaft: die sechs Gemeinden Risch-Rotkreuz, Hünenberg, Cham, Steinhausen, Baar und Zug.
Ein einleitender Artikel setzt die Zuger Spezifika in einen Schweizer Kontext. Die dringlichste Aufgabe ist die Schaffung von (preisgünstigem) Wohnraum. Eine Politikerin und ein Politiker diskutieren mit Esther Banz verschiedene Massnahmen gegen die Wohnungskrise. Der Bau von neuen Wohnungen geht jedoch nur langsam voran – nicht zuletzt, weil Planungsprozesse im Bestand länger dauern. Maarit Ströbele spricht mit drei Fachleuten über die Interessenabwägung zwischen Innenentwicklung, Schaffung von Wohnraum und Bestandserhalt. Trotz Stadtbahn und Umfahrungsstrassen steht auch die Mobilitätsinfrastruktur unter Druck. Paul Schneeberger skizziert die künftigen Schritte in der Mobilitätspolitik. Doch der wirtschaftliche Erfolg Zugs wird nicht nur in Infrastruktur investiert. Linda Leuenberger zeigt, wie sich die Auffassung von öffentlichen Aufgaben ändert. Datenauswertungen von Wüest Partner und ein Katalog mit 18 Bauprojekten und Übersichtskarte ergänzen die Artikel. Durchsetzt werden die Texte vom ironischen Blick des Fotografen Tom Huber – eingestreut in die Artikel, aber auch als Bildstrecke.