Die Guten ins Töpfchen

Rund ein Drittel aller Lebensmittel geht verloren. Das ist unmoralisch und belastet die Umwelt. Ein Überblick zeigt, welche Lösungen in der Gastronomie in Frage kommen.

 

Fotos: Ephraim Bieri

Rund ein Drittel aller Lebensmittel geht verloren. Das ist unmoralisch und belastet die Umwelt. Ein Überblick zeigt, welche Lösungen in der Gastronomie in Frage kommen.

 

In der Hotelküche ist es bereits am Morgen hektisch. Andre Gammeter, Chefkoch im Kursaal Bern, managt drei Restaurants mit 250 Sitzplätzen. Mit seiner Crew organisiert er auch das Catering für Veranstaltungen und Kongresse, die im Haus stattfinden. Damit verköstigt er oft mehrere hundert Menschen auf einmal. Inklusive des Frühstücksbuffets, das die Hotelgäste jeden Morgen erwartet. ###Media_2###In der Küche des Buffetrestaurants Yù steht eine Tonne, in der die Essensreste von den Tellern und die Rüstabfälle entsorgt werden. Eine von mehreren, doch diese ist besonders. Sie ist auf einer Waage montiert. Was reingeworfen wird, wird gewogen, und das Gewicht wird über Wifi in einer Datenbank erfasst. Über der Tonne ist eine Kamera installiert. Bei jeder Gewichtsveränderung über vierzig Gramm schiesst sie ein Bild. Eine Erkennungssoftware identifiziert die Bilder. Diese Kombination von Kübel, Waage und Kamera soll Lebensmittelabfälle in der Gastronomie verringern. Entwickelt hat das System die Start-up-Firma Kitro. Denn wie es in der Gastronomie zu und her geht, erfuhren die Unternehmerinnen Anastasia Hofmann und Naomi Mackenzie in ihren Praktika, die sie während ihrer Ausbildung an der Hotelfachschule Lausanne machten. «Wir planten beide, später etwas in der Gastronomie zu machen, vielleicht eine Bar zu eröffnen», erklärt Naomi Mackenzie. Doch als sie sahen, wie viel Nahrungsmittel weggeworfen werden, änderten sie ihre Berufsziele. Inzwischen ist ‹Kitro› ihr Baby. 2017 gründeten sie das Start-up und pflegen es mit einem kleinen Team. Ein Jahr später testeten Coop-Restaurants in Basel die Anlage. Nach einem halben Jahr fielen rund vierzig Prozent weniger Lebensmittelabfälle an, berichtete die ‹Coop-Zeitung›. Soziale und ökologische Motivation Zu Beginn sei allerdings nicht die Geschäftsidee gestanden, beeilt sich Naomi McKenzie klarzustellen. Sie hätten ...

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