Das Kulissenspektakel

Die ZSC Lions eröffnen die Spielsaison in ihrem neuen Eishockeystadion. Die Qualität des Entwurfs von 
Caruso St John liegt jenseits seiner kolossalen Fassade.

Fotos: Tom Huber

Die ZSC Lions eröffnen die Spielsaison in ihrem neuen Eishockeystadion. Die Qualität des Entwurfs von 
Caruso St John liegt jenseits seiner kolossalen Fassade.

Früher benannte man Stadien nach Orten oder nach Sportlegenden. Heute tragen sie Sponsorennamen, vorzugsweise mit dem Zusatz ‹Arena›. Identitätsstiftend ist das kaum, aber es hilft der Vereinskasse. Zürich hat jetzt eine Swiss Life Arena. Sie steht am Stadtrand in Altstetten, zwischen Gleisfeld und Autobahn, Gewerbebauten und Schrebergärten. Fährt man stadteinwärts, sieht man schon von Weitem ihre Silhouette, die an ein überdimensionales Siegerpodest erinnert. ###Media_2### ###Media_3### ###Media_4### Nach dem Wettbewerb 2013 trug die Arena noch den Namen ‹Theatre of Dreams›. Caruso St John Architects hatten ihn dem legendären ‹Old Trafford›, der Heimspielstätte von Manchester United, entliehen. Während der Spitzname beim englischen Vorbild auf die sportlichen Erfolge im Stadion verweist, haben die Architekten in Zürich daraus eine gestalterische Leitidee gemacht. Rund ums neue Stadion wogt ein Vorhang aus Sichtbeton. An den geschlossenen Längsseiten hat er zum Boden hin Luft und vollführt konkave Schwünge. An den kurzen Seiten gerät er zum flächigen Muster, das sich um eine Schar von Bullaugen rafft. Die runden Fenster zur Eisenbahn und zur Strasse stehen für das Spielgerät, um das sich im Inneren alles dreht: den Puck. Der Eishockeyklub ZSC Lions hat sich hier nach 72 Jahren als Mieter im Hallenstadion seine eigene Spiel- und Trainingsstätte geschaffen. Der Dreh mit dem Spielfeld Ein kolossaler Betonvorhang und Fenster in Form eines Eishockeypucks. Man denkt 15 Jahre zurück, als die Gastprofessur Caruso St John das Architekturdepartement der ETH Zürich auf wohltuende Art durchrüttelte. Die grosszügigen städtebaulichen Gesten und erzählerischen Fassaden aus ihren Ateliers faszinierten. Was heute in Altstetten steht, macht hingegen ratlos. Das grosse Mitteilungsbedürfnis und der noch grössere ökologische Fussabdruck der Fassade wirken wie aus de...

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