«Kein Architekt fragt, woher das Alu im Fensterrahmen kommt»

Die Konzernverantwortungs-Initiative spaltet die Wirtschaft: zwei Unternehmer, die für Architektinnen und Designer produzieren, im Streitgespräch.

Fotos: Rita Palanikumar

Die Konzernverantwortungs-Initiative spaltet die Wirtschaft: zwei Unternehmer, die für Architektinnen und Designer produzieren, im Streitgespräch.

Die Konzernverantwortungs-Initiative will verbindliche Regeln festlegen, damit Schweizer Unternehmen und ihre Tochterfirmen weltweit Menschenrechte und Umweltstandards respektieren und auch dafür haften. Doch bis wir darüber abstimmen, dauert es. Im Oktober 2016 wurde die Initiative eingereicht. Das Parlament versuchte seither, sich auf einen Gegenvorschlag zu einigen. Nach zwei Jahren und 19 Kommissionssitzungen strich der Ständerat das Geschäft Ende September letzten Jahres kurzfristig von der Tagesordnung – die neu gewählten Ständeräte sollten sich über das Geschäft beugen. Am 18. Dezember 2019 haben diese endlich entschieden und mit 25 zu 13 Stimmen den strengeren Gegenvorschlag des Nationalrats abgelehnt. Das heisst: Sie wollen nicht, dass Schweizer Unternehmen für Vergehen im Ausland haften. Damit kommt die Initiative wohl im kommenden September oder spätestens im November vors Volk. Nun gilt es, Stellung zu beziehen – auch für die Architektur- und Designbranche.  Besonders umstritten sind die auch im folgenden Gespräch verhandelten Punkte wie Haftung, Dokumentationspflicht, Sorgfalt oder Beweislast. Waren sich Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft in ökonomischen Abstimmungen bisher meist einig, ist dieses Mal ein neuer Diskurs spürbar: Das ‹Wirtschaftskomitee für verantwortungsvolle Unternehmen› engagiert sich für die Initiative. Unter ihnen ist Samuel Schweizer. Der 33-jährige Unternehmer und Rechtsanwalt leitet seit letztem Herbst die Geschäfte des Metallbau-Unternehmens Ernst Schweizer in vierter Generation. ###Media_2### Ihm stellt sich Silvan Wildhaber entgegen. Der Ökonom führt die Textilgruppe Filtex in St. Gallen, zu der bis vor vier Jahren auch Jakob Schlaepfer gehörte. Wildhabers Unternehmen ist während ebenfalls vier Generationen von der Eigen- zur Auftragsproduktion übergegangen. Der 42-Jährige engagiert sich im Komit...

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?