Das neu gestaltete Seeufer in Paradiso vereint, was zuvor zerstückelt war, und verleiht dem Tessiner Ort exotisches Flair. Dafür musste die Gemeinde zu einem drastischen Mittel greifen.
Zu neuen Ufern lockt das Paradies
Das neu gestaltete Seeufer in Paradiso vereint, was zuvor zerstückelt war, und verleiht dem Tessiner Ort exotisches Flair. Dafür musste die Gemeinde zu einem drastischen Mittel greifen.
Fotos: Daniela Valentini
Der Ort Paradiso, eingebettet zwischen Luganersee und Monte San Salvatore, trägt seinen Namen zu Recht. Doch seine Seeanlage kam irgendwann in die Jahre und wurde zu eng: Die Gemeinde, die wohl auch inspiriert war von der Gesamtplanung in der benachbarten Stadt Lugano, wollte die Seezugänge deshalb ordnen und optimieren.
Beim entsprechenden Wettbewerb im Jahr 2016 mussten sich die Landschaftsarchitekurbüros mit einer komplexen Situation auseinandersetzen: Der Grundbesitz ist fragmentiert, und damit sind auch die Seeanlagen zerstückelt – anders als in der benachbarten Stadt, wo sich öffentliche Uferanlagen fast die gesamte Gemeinde entlangziehen. Damit am schmalen Seeufer mehr öffentlicher Raum für alle entstehen konnte, waren Enteignungen nötig. Trotzdem unterbrechen noch immer zwei grosse Gebäude mit Seeanstoss die Uferanlagen: das abgehalfterte und geschlossene Hotel Eden gleich beim Giardino Pubblico und eine westlich davon neu entstandene Luxus-Altersresidenz mit öffentlich zugänglichem Restaurant, aber ohne Vegetation.
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Studio Vulkan aus Zürich hat die vier Teile der Uferanlagen durch eine kohärente Gestaltungssprache vereint, ohne die historisch gewachsene Situation völlig umzuformen. Kommt man zu Fuss oder per Schiff von Lugano, bildet der Giardino Pubblico, der bereits 2020 fertiggestellt wurde, den Auftakt der neuen Seeanlagen. Schon früher zentraler Seeplatz von Paradiso, wurde die Anlage mit der Zeit überprägt: Kaum begangene Wege zerschnitten die Rasenfläche, dazwischen fanden sich Elemente aus verschiedenen früheren Gestaltungsphasen, etwa ein Wasserbecken, Gartenmobiliar und niedrige Sträucher. Die letzte Ergänzung war ein roter Asphaltbelag am Seeuferweg, angebracht im Zuge einer Kanalsanierung.
Der rote Faden Studio Vulkan hat die Gartenanlage entrümpelt und die Promenade mittels eines ebenfalls rötlichen chauss...
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