Aus Abstandsgrün wird Wunderwald
Rund um das Technorama in Winterthur haben Krebs und Herde einen abwechslungsreichen Park mit Naturphänomenen zum Anfassen geschaffen. Dafür erhalten sie den Hasen in Gold in Landschaftsarchitektur.
Dreimal pro Stunde passiert’s: Fünf Tonnen Wasser stürzen aus zehn Metern Höhe in ein Becken, überschlagen sich und steigen als mächtige Fontäne zum Himmel empor, um anschliessend in Form eines heftigen Regengusses zurück auf die Erde zu kommen. Jugendliche mit gezücktem Handy suchen kreischend das Weite, derweil andere das Schauspiel mit gebührendem Abstand geniessen. Das ‹Fallende Wasser› ist die Hauptattraktion des im Sommer fertiggestellten Parks des Technoramas in Winterthur. Der Glaskasten, in dem sich das Wasser sammelt, hängt am einen Ende der ‹Wunderbrücke›. Die industriell anmutende Konstruktion überspannt den Park über eine Länge von 130 Metern und zeugt von der Zusammenarbeit zwischen dem Swiss Science Center und dem SIA. Vier Treppenaufgänge führen in theatralischem Gestus auf den Steg, der Ausstellungs- und Aussichtsplattform zugleich ist.
Science Park Technorama, 2022
Technoramastrasse 1, Winterthur Bauherrschaft: Swiss Science Center Technorama, Winterthur
Projektverfasser: Krebs und Herde, Winterthur
Mitarbeitende: Simon Schweizer, Matthias Krebs, Michael Walther, Eva Dorsch, Andreas Haustein, Sigrid Pichler, Sophia Carstensen, Stephan Herde, Ellen Vermeirssen, Severin Krieger
Projektpartner: SIA Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein
Brückenbauingenieur: Conzett Bronzini Partner, Chur
Bauingenieur: Dr. Deuring+Oehninger, Winterthur
Infrastrukturplanung: Hunziker Betatech, Winterthur
Architektur Pavillon: ZHAW mit Tobias van den Dries
Architektur Servicegebäude: Rainer Weitschies, Chur
Baukosten: Fr. 16,6 Mio.
Auftragsart: Konzeptstudie, 2010
Krebs und Herde
Mit Fokus auf die vielfältigen Formen von Natur in der Stadt und die sozialräumlichen Mechanismen im öffentlichen Raum entwerfen Krebs und Herde Landschaftsarchitekten radikal ortsbezogene Freiräume und stadtnahe Landschaften auf unterschiedlichen Massstabsebenen. Das 1999 in Winterthur gegründete Büro wird heute von Matthias Krebs und Stephan Herde geleitet. Der Science Park ist ein Teamwork der beiden zusammen mit Projektleiter Simon Schweizer und Chefbauleiter Andreas Haustein.
Hier geht's zur Monographie von Krebs und Herde, erschienen in der Edition Hochparterre.