Chur: Dicke Post für die ‹Blaue Post›

Das ehemalige Post- und Fernmeldegebäude mitten in Chur ist in Gefahr. Nun möchte ein Appell die Eigentümerschaft auf eine denkmalpflegerisch korrekte Sanierung des Gebäudes verpflichten.

Text: Maarit Ströbele
Fotos: Werner Huber
12.09.2022 14:19

Die 1983 fertiggestellte ‹Blaue Post› an der Ecke Gäuggelistrasse/Stadtgartenweg ist ein für Chur und den Kanton Graubünden ganz einzigartiges Gebäude. Das prägnante Bauwerk, das als Betriebs- und Verwaltungsgebäude der PTT errichtet worden war, ist das Hauptwerk des Churer Architekten Richard Brosi, der zu den profiliertesten Architekten der Bündner Nachkriegsmoderne gehört. Direkt an das alte Postgebäude, einen Bau von 1904 im Stil der «Bundesrenaissance» angebaut, setzt sich der hochtechnisierte Komplex des neuen Fernmeldezentrums gestalterisch maximal von seinem Nachbarn ab. Mit seinem selbstbewussten, autonomen Auftritt vertritt der Bau geradezu prototypisch die seinerzeit herrschende Ideologie, «alt» und «neu» miteinander kontrastierend auszubilden. Die markante «Gebäudemaschine», die sich inmitten der Churer City wie ein kleines Centre Pompidou ausnimmt, stellt beispielhaft, und in architektonisch hochstehender Weise, die wirtschaftliche und kulturelle Aufbruchstimmung der späten 1970er Jahren dar. In Chur gibt es wenige öffentliches Gebäude, die diesen Sachverhalt für die Stadtgeschichte so unmittelbar nachvollziehbar werden lassen.

Bereits früher war die ‹Blaue Post› Thema bei Hochparterre in der Presseschau vom 27. Juli 2022 und in der Presseschau 4. August 2022.

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