Das Swisscom-Gebäude in Chur zeigt die typischen Attribute seiner Zeit: hohe Betonstützen und blaue Blechfassaden. Fotos: Werner Huber

Umstrittene Sanierung der ‹Blauen Post›

In Chur regt sich Widerstand gegen die Sanierung des Swisscom-Gebäudes. Es droht, seinen Charakter zu verlieren. Ausserdem: Generationenhaus, Industriebrachen, Fischerdorf und schwule Architekten.

Das Swisscom-Gebäude in Chur, wegen seiner blauen Blechfassade auch «Blaue Post» genannt, soll saniert werden. Nach vierzig Jahren muss das markante Haus gegen Erdbeben ertüchtigt, die Fassade energetisch verbessert werden. Das ist unbestritten. Umstritten ist jedoch die Architektur. Das Projekt des Büros Giubbini Architekten würde das Erscheinungsbild des Gebäudes stark verändern. Einer, der sich laut ‹Bündner Tagblatt› daran stört, ist der Raumplaner Joseph Sauter. Während der bestehende Bau – ein Werk von Richard Brosi – die Horizontale betone, würde das Umbauprojekt die Vertikale stärken. Gegen die Umgestaltung wenden sich auch Hans Rohr und Werner Mattle. Rohr war im Büro Brosi für den Entwurf zuständig, Mattle für die Bauleitung. «Der Umbau ergäbe einen komplett anderen Eindruck, der mit dem bestehenden Gebäude nichts mehr zu tun hat. Wir wollen, dass der Charakter dieser Zeitzeugen der Baukultur der Siebzigerjahre erhalten bleibt», sagen sie dem ‹Bündner Tagblatt›. Vor einigen Jahren habe eine Expertengruppe das Gebäude als schützenswertes Objekt eingestuft und zur Aufnahme ins Inventar vorgeschlagen. Der Stadtrat habe das Gebäude jedoch von der Liste gestrichen. Simon Berger, Leiter der kantonalen Denkmalpflege und Mitglied der Expertengruppe, bestätigt dies. Im Innern sei das Gebäude wenig herausragend, speziell sei das Äussere: «Mit der extrovertierten Gestaltung – von den Materialien über die Farbe bis zur markanten Sockelzone mit den Säulen – hebt sich die Blaue Post dezidiert von allem rundherum ab. Jeder und jede in Chur kennt dieses Gebäude», zitiert das ‹Tagblatt› den Denkmalpfleger. Nun suchen die Kritiker das Gespräch mit der Eigentümerin des Gebäudes, CS Immobilien. Sie wollen «positiv motivieren». Beim Umbau der Alten Post hätten die Stadt und die CS ja bewiesen, «dass die nötige Sensitivität durchaus vor...
Umstrittene Sanierung der ‹Blauen Post›

In Chur regt sich Widerstand gegen die Sanierung des Swisscom-Gebäudes. Es droht, seinen Charakter zu verlieren. Ausserdem: Generationenhaus, Industriebrachen, Fischerdorf und schwule Architekten.

E-Mail angeben und weiterlesen:

Dieser Beitrag ist Teil unseres Abos. Trotzdem möchten wir Ihnen Zugriff gewähren. Geben Sie uns Ihre E-Mail-Adresse und wir geben Ihnen unseren Inhalt – Deal?