Ohne vorgefasste Bilder

Hinter Parabase stehen Carla Ferrando und Pablo Garrido. Sie haben den neusten Wettbewerb am Basler Walkeweg mit vielen wiederverwendeten Bauteilen gewonnen. Re-Use prägt den siegreichen Entwurf.

Text: Ivo Bösch
Fotos: Guillaume Musset
11.08.2023 12:00

Am Anfang gaben sich Carla Ferrando Costansa und Pablo Garrido Arnaiz, wie sie mit vollem Namen heissen, eine einfache Vorgabe: möglichst viele Bauteile in ihrem Entwurf wiederzuverwenden. Denn mit dem Thema ‹Re-Use› meinte es der Kanton Basel-Stadt ernst im dritten Wettbewerb auf dem nördlichen Walkeweg-Areal: Für die Baufelder C und D gab er den teilnehmenden Teams einen detaillierten Materialkatalog ab. Die wiederverwendbaren Bauteile waren sogar als 3-D-Modell verfügbar und stammen aus dem Lysbüchel-Parkhaus, das die Stadt abbrechen will. Gegen diesen Abriss leistet zwar eine Gruppe aus der Basler Architekturszene mit dem Namen ‹Save the Block› Widerstand, was die Frage aufwirft, ob es denn Re-Use in einer idealen, CO2-neutralen Welt, in der wir vielleicht keine Häuser mehr abbrechen werden, überhaupt noch geben sollte. Doch zurück in die heutige Realität und zum Walkeweg, in der Wiederverwenden besser ist als Entsorgen: Während sich andere rangierte Projekte eher zurückhaltend oder gar nicht beim Parkhaus bedienten, gewinnt das Team Parabase mit einer neuen Ästhetik, die vom Re-Use geprägt ist. Das behauptet mindestens die begeisterte Jury. Bestechend sei der architektonische Ausdruck der Bauten, und: «Die Hoffnung, dass Re-Use zu einer neuen Ästhetik führt, wird hier erfüllt.» Stimmt das?

Parabase, Basel
Carla Ferrando Costansa (1989), dipl. Architektin ETSAV
Pablo Garrido Arnaiz (1988), dipl. Architekt ETSAB
Gründung: 2023 (GmbH)
Angestellte: 2
parabase.eu

Baufelder C und D, Areal Walkeweg Nord, Basel
Projektwettbewerb im offenen Verfahren für Generalplanende
Aufgabe: Wohnbebauung unter Wiederverwendung von Bauteilen mit eher grösseren Wohneinheiten und integriertem Migrationszentrum, das heute in temporären Wohnbauten auf dem Areal untergebracht ist
Veranstalter: Kanton Basel-Stadt
Teilnehmer*innen: 18 Teams
Fachjury: Beat Aeberhard, Marianne Baumgartner, Christian Inderbitzin, Sonja Müller, Susanne Vécsey, Jürg Degen
Sachjury: Christina Bronowski, Ulrike Gölker Zeugin, Andreas Herbster, Jonathan Koellreuter, Gerold Perler
Jurierung: Januar und März 2023
– 1. Rang: Parabase, Basel
– 2. Rang: BGM Architekten, Basel
– 3. Rang: Atelier Atlas Architektur, Basel
– 4. Rang: Made in, Genf
– 5. Rang: kollektive architekt, Basel
– 6. Rang: Stefan Wülser +. Zürich
– 7. Rang: Julian C. Fischer Architekt:innen, Zürich
– 8. Rang: Fiechter & Salzmann Architekten, Zürich

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