« Wir müssen Raum bieten, um Konventionen zu hinterfragen »

Schulhausbau in der Klimakrise: Kantonsbaumeister Beat Aeberhard erklärt, wie in Basel ein wegweisendes Verfahren mit wegweisendem Resultat möglich wurde.

Text: Philippe Jorisch
21.05.2022 10:52

Eine nachhaltige und innovative Schule auszuschreiben ist nicht alltäglich. Woher rührt der politische Wille zu einer solch unkonventionellen Bestellung? 
Beat Aeberhard: Es sind drei Faktoren, die glücklicherweise koinzidieren. Erstens die politische Grosswetterlage rund um den Klimawandel: Basel-Stadt hat sich bis 2050 das Ziel der Treibhausgasreduktion auf eine Tonne CO2 pro Person und Jahr gesetzt – und ein Grossteil dieser Dekarbonisierung hängt mit der gebauten Umwelt zusammen. Für die kantonseigenen Gebäude will die Regierung bis 2040 Netto-Null erreichen. Zweitens gehört das gesamte Areal Walkeweg der Einwohnergemeinde. So wurde bereits beim Städtebaulichen Wettbewerb das Prinzip von Low-Cost und Low-Energy zum massgebenden Kriterium. Durchgesetzt hatte sich 2018 die städtebauliche Haltung von Campanovo Baumgartner Architekten mit bodennahem Wohnen und vielen versiegelungsoffenen, durchgrünten Freiflächen – ein komplementärer Stadtbaustein zum benachbarten Dreispitz-Areal. Und drittens wirkte die Ausstellung « Basel 2050 », die unser Departement 2020 gemeinsam mit dem Schweizerischen Architekturmuseum S AM konzipierte, als Impulsgeber für den Diskurs zum ressourcenschonenden Bauen. Zwei sehr engagierte Mitarbeiterinnen haben damals den Grundstein für das nun erfolgreich durchgeführte Verfahren gelegt. 

Zur Person
Beat Aeberhard ( *1969 ) ist seit 2015 Kantonsbaumeister von Basel-Stadt. Zuvor war er Stadtarchitekt von Zug und selbstständiger Architekt. Er hat in Zürich und Lausanne Architektur und in New York Urban Design studiert.

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