Virtuell durch die Projekte spazieren

Das digitale Verfahren für den Studienauftrag Harsplen in Zürich-Witikon wurde wegen der Coronakrise per Videokonferenz juriert. Wie hat das funktioniert?

Text: Urs Honegger
12.05.2020 11:21

Auf dem Areal Harsplen in Zürich-Witikon plant die Swisscanto Anlagestiftung eine Überbauung mit insgesamt fast 350 Eigentums- und Mietwohnungen. Dass der Wettbewerb digitalisiert abgewickelt werden soll, war dem Auslober schon länger klar. «Die Immobilienbranche entwickelt sich klar in diese Richtung», sagt Thomas Gianora , der beim Asset Management der Zürcher Kantonalbank für das Projekt verantwortlich ist. Kein Gipsmodell, keine ausgedruckten Pläne und die Projektpräsentation am digitalen 3-D-Modell hiessen also die Vorgaben. Die Firma Raumgleiter stellte die notwendige Infrastruktur bereit. Susanne Frohn vom Büro Planpartner erarbeitete die Grundlagen und stellte das Beurteilungsgremium zusammen. Den Vorsitz übernahm der Zürcher Architekt Reto Pfenninger. Als dann aber zwei Wochen vor der Jurierung der ersten Stufe der Corona-Notstand ausgerufen wurde, war klar, dass das Gremium und die Planerteams sich nicht wie geplant im ‹Decision Room› bei Raumgleiter in Zürich-West treffen konnten. Um die Gesundheit der beteiligten Personen nicht zu gefährden, mussten alle im Homeoffice bleiben und sowohl die Projektpräsentationen, wie auch die Jurierung über einen Videocall stattfinden.

Studienauftrag ‹Harsplen› in Zürich-Witikon, 2019/2020
Arealentwicklung mit 320 bis 350 Eigentums- und Mietwohnungen
Auslober: Swisscanto Anlagestiftung, Zürich vertreten durch Swisscanto Invest by Zürcher Kantonalbank
Verfahren: Zweistufiger Studienauftrag auf Einladung (1.Stufe Städtebau und Freiraumgestaltung, 2.Stufe Architektur)
Teilnehmer Stufe 1: 10 geladene Planungsteams (Architektur und Landschaftsarchitektur)
Teilnehmer Stufe 2: noch 5 Planungsteams (Nach Entscheid aus Stufe 1)
Wettbewerbsorganisation: Planpartner
Technischer Partner: Raumgleiter
Fachjury: Reto Pfenninger (Vorsitz), Erika Fries, Massimo Fontana, Caspar Bresch.
Termine: Wettbewerbsstufen von Oktober 2019 bis Dezember 202

Weil das Verfahren noch nicht abgeschlossen ist, können die beteiligten Planerteams nicht aufgeführt werden. Hochparterre wird über den entschiedenen Wettbewerb berichten und Stimmen der beteiligten Teams einholen.

Hochparterre live: Virtuell jurieren
Der Architekturwettbewerb wird zunehmend digital. Wir diskutieren mit zwei Architekten, die gerade per Videocall im Homeoffice juriert haben. Im Live-Gespräch am Dienstag, 19. Mai. Schauen Sie rein!

Mehr zum Thema