Entdeckung der Leichtigkeit
Mit dem Wettbewerbsbeitrag für das Zentrum für Zahnmedizin demonstrieren Boltshauser Architekten, wie aus einem konsequent nachhaltigen Ansatz eine attraktive Architektur entsteht.
In etwa zwei Jahren zieht das Zürcher Kinderspital in den Neubau von Herzog & de Meuron in der Lengg ein. Der bestehende Spitalmoloch in Zürich-Hottingen wird bis auf die geschützte Poliklinik von Otto Rudolf Salvisberg rückgebaut. An seiner Stelle entsteht eine neues Institutsgebäude der Universität: das Zentrum für Zahnmedizin.
Die im Wettbewerbsprogramm formulierten Ansprüche an den Neubau sind hoch: Funktional und dennoch flexibel soll er sein. Kostengünstig, aber auch äusserst ökologisch. Forschende, Studierende, Ärzte und Patienten sollen sich in dieser universitären Klinik von Weltrang zwar begegnen, aber einander nicht kreuzen. Alle wollen Tageslicht, doch die Fassadenabwicklung muss gering bleiben. Ausserdem gilt es, den Salvisberg-Bau behutsam in den Entwurf zu integrieren.
Der Anforderungskatalog für das neue Institut liest sich wie eine widersprüchliche Wunschliste. Manch ein Wettbewerbsteam mag sich geärgert haben: Wo bleibt da noch Raum für die Architektur? Die Unsicherheit über die Gewichtung der Ziele macht die Situation in solchen Fällen nicht einfacher: Letztlich weiss man nie so recht, wie ernst die ökologischen Kriterien tatsächlich gemeint sind – sie kosten ja nur!
Zentrum für Zahnmedizin ZZM Hottingen, Zürich
Projektwettbewerb im selektiven Verfahren mit 14 Teilnehmern
Veranstalter: Hochbauamt des Kantons Zürich im Auftrag der Universität Zürich
Wettbewerbsbegleitung:
Hochbauamt Kanton Zürich und
Suter von Känel Wild, Zürich
Fachjury: David Vogt (Vorsitz Phase Wettbewerb), Thomas Jung (Vorsitz Phase Präqualifikation), Katrin Gügler, Regine Leibinger, Jeannette Kuo, Lorenzo Giuliani, Christoph Schubert, Boris Brunner
(Ersatz), Claus Frei (Ersatz)
– 1. Rang: Boltshauser Architekten, Zürich
– 2. Rang: Burkard Meyer Architekten, Baden, und Bollhalder Eberle Architektur, Zürich
– 3. Rang: BS + EMI Architektenpartner, Zürich
– 4. Rang: Nickl & Partner Architekten Schweiz, Zürich, und E2A Piet Eckert und Wim Eckert Architekten, Zürich
Weitere Teilnehmer:
– Stump & Schibli Architekten, Zürich
– Fiechter & Salzmann Architekten, Zürich, und Bellorini Architekten, Bern
– Silvia Gmür Reto Gmür Architekten, Basel, und Architekturbüro paul zimmermann + partner, Vitznau
– baumschlager eberle architekten, Zürich
– Christ & Gantenbein, Basel
– Herzog & de Meuron, Basel
– BUR Architekten, Zürich, und ffbk Architekten, Zürich
– Darlington Meier Architekten, Zürich
– pool Architekten, Zürich
– Annette Gigon / Mike Guyer, Zürich
– Huggenbergerfries Architekten, Zürich
Lesen Sie zu diesem Wettbewerb auch den kritischen Beitrag von Raumplaner Hugo Wandeler und den Kommentar von Axel Simon aus Hochparterre 4/21.