Unterm Stein

Ein beliebter Aussenraum mitten in Bern ist seriös geworden. Die neue Gestaltung macht den einst rauen Hof des Kulturzentrums Progr kühler, artenreicher, schöner.

Text: Axel Simon
Fotos: Daniela Valentini
21.09.2026 08:00

«Aneignung braucht Freiraum, kein Design.» Das sagten die Architekten Sebastian Holzhausen und Hannes Zweifel, nachdem sie vor zehn Jahren den Progr-Hof mit wenigen Eingriffen aufräumten. Sie brachen die Mauer ab, die den ehemaligen Pausenhof des Berner Progymnasiums einst von dem der Primarschulseite getrennt hatte – manche Quellen sagen auch: die Mädchen- von der Bubenseite. Die alten Baumkronen wurden zu Hauptdarstellerinnen. Und natürlich die Nutzer*innen des alternativen Kulturzentrums, das unter dem Namen Progr mittlerweile über die Grenzen Berns hinaus bekannt ist: Besucher*innen der Veranstaltungen in der ehemaligen Aula, Restaurantgäste in der früheren Turnhalle, Kunstschaffende in den einstigen Klassenzimmern, Aperölende in der Bar namens Lehrerzimmer. Der Hof am Waisenhausplatz versammelte sie alle und mauserte sich zu einem wichtigen öffentlichen Raum in der nördlichen Berner Altstadt. Als eine Neugestaltung angekündigt wurde, fragten sich viele: Warum neugestalten? Der Hof ist doch gut so.

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