CAP-Talk #4 mit Philippe Jorisch
Der ‹Climate Action Plan› (CAP) der Klimastreik-Bewegung fordert ein radikales Umdenken. Was können Architektinnen und Architekten beitragen? Werk, bauen + wohnen und Hochparterre befragen die Baubranche.

Jenny Keller ist Redaktorin bei Werk, bauen + wohnen.
Fussnote
1 Dirk Althaus, Zeitenwende: Die Postfossile Epoche, Mankau Murnau am Staffelsee, 2007.
CAP-Talk
Die Gesprächsserie von Hochparterre und werk, bauen + wohnen zum Climate Action Plan (CAP) der Schweizer Klimastreik-Bewegung.
CAP-Talk #1 mit Ludovica Molo in werk, bauen + wohnen 5–2021
CAP-Talk #1 mit Ludovica Molo auf Hochparterre.ch
CAP-Talk #2 mit Friederike Kluge in werk, bauen + wohnen 5–2021
CAP-Talk #2 mit Friederike Kluge auf Hochparterre.ch
CAP-Talk #3 mit Adrian Altenburger auf Hochparterre.ch
CAP-Talk #3 mit Adrian Altenburger im Juniheft von Hochparterre
CAP-Talk #4 mit Philippe Jorisch auf wbw.ch
Klima-Aktionsplan
Der Klima-Aktionsplan bietet auf knapp 350 Seiten differenzierte und umfassende Informationen zur CO2-Reduktion sowie eine in 12 Kapitel gegliederte Tabelle mit Massnahmen. Ein Jahr lang haben Wissenschaftler*innen, Expert*innen und Klimastreikende den umfangreichen Plan ausgearbeitet. Der gesamte Klima-Aktionsplan findet sich unter climatestrike.ch.
Drei Massnahmen aus dem Kapitel Gebäude und Raumentwicklung
Massnahme 1.1 : Moratorium auf neue Infrastruktur bis 2030
Von 2021 bis 2030 können keine neuen konventionellen Gebäude und keine neue Verkehrsinfrastruktur gebaut werden. Planung- und Baugenehmigungen beschränken sich auf die Nachrüstung und Renovierung bestehender Infrastruktur und Gebäude. Ausnahmen können vorgesehen werden für: Infrastruktur, die netto positiv ist (reduziert mehr Treibhausgase, als sie bei der Produktion ausstösst), die erneuerbare Energie erzeugt (z.B. Windturbinen), zur Dekarbonisierung des Mobilitätssektors beiträgt (z.B. Fahrradwege), wichtige neue Technologien für den Wandel produziert (z.B. Batterien) oder dringend benötigte öffentliche Infrastruktur darstellt (z.B. Schulen).
Massnahme 3.3: Förderung von biologisch basierten Baumaterialien
Um die Produktion, die Lieferkette und die Verwendung von biologisch basierten Baumaterialien zu fördern, muss jedes neue Bauprojekt in der Schweiz bis 2022 mindestens 50% Holz oder andere organische Materialien wie Hanf oder Stroh enthalten. Dies wird zu einer Verkleinerung des Abbaus und der Produktion von Zement, Stahl, Kalkstein und Eisenerz führen. Zudem bietet diese Massnahme ein erhebliches Potenzial zur Speicherung negativer Emissionen.
Massnahme 3.7: Digitales Materialarchiv und Bauteilemarkt zur Unterstützung zirkulärer Materialkreisläufe
Um klimaneutrales und kohlenstoffspeicherndes Bauen zu fördern, werden Materialkreisläufe benötigt. Das heisst, Bauteile und Materialien sollen vollständig wiederverwertet werden können. Zu diesem Zweck werden ein Bauteile- und Materialaustausch sowie ein nationales Bauteilearchiv aufgebaut.