Der Sack ist halb voll
In der Schweiz wird viel zu wenig Plastikabfall recycelt. Jetzt muss das Sammeln alltagstauglicher werden. Und es ist Zeit für eine Korrektur des Verursacherprinzips!
Es waren schlechte Nachrichten: Nach jahrelangen Vorbereitungen scheiterten Ende letztes Jahr die Verhandlungen für ein UN-Plastikabkommen. Mit am Tisch sassen fast 200 UN-Staaten. Der Streitpunkt: die Obergrenze für die Plastikproduktion – Saudi-Arabien, Iran, Russland, China und Indien lehnten eine solche vehement ab. Weltweit werden jedes Jahr rund 450 Millionen Tonnen Plastik produziert, Tendenz steigend. 2040 könnten es bereits 736 Millionen Tonnen sein, schätzt die OECD. Zwei Drittel des Plastiks werden zu kurzlebigen Produkten verarbeitet, etwa Verpackungen, die gleich wieder weggeworfen, deponiert oder verbrannt werden. Schlau ist das nicht, denn das Herstellen und Verbrennen jeder Plastiktonne generiert 5 Tonnen CO₂. Hierzulande gehen jährlich 680 000 Tonnen Kunststoffabfälle in Flammen auf.