Im Innern des Klangs
Im Klanghaus Toggenburg sollen Volksmusik, Klänge und sanfter Tourismus zusammenfinden. Das Haus ist ein begehbares Instrument und das Vermächtnis des Architekten Marcel Meili. Am 24. und 25. Mai ist Eröffnung.
Akustisch sei sie wie Blätterwerk, sagt Andres Bosshard über die Ornamentik der Wände. Er hält sich einen orange-weissen Verkehrstrichter an den Mund und ruft durch die offene Tür: «Haaallo!» Die Landschaft bis zum Chäserrugg antwortet mit einem Echo, das 12 Sekunden lang nachhallt. Der Klangkünstler dreht sich um, Trichter, Ruf, diesmal in den Raum hinein. Echo, 1, 2, 3 …. .. . . . ! Wir staunen. Der Klangmagier strahlt unter seinen langen Haaren.
Klanghaus Toggenburg, 2025
Vordere Schwendistrasse 61, Unterwasser SG
Bauherrschaft: Kanton St. Gallen (Projektleitung: Sacha Vaucher)
Auftragsart: Thesenkonkurrenz nach Präqualifikationsverfahren, 2010
Architektur: Marcel Meili für Meili Peter (Thesenkonkurrenz 2010), Zürich; Weiterentwicklung und Umsetzung mit Staufer & Hasler, Frauenfeld (Projektleitung: Matthias Ruf)
Klangberatung: Andres Bosshard, Zürich
Raumakustik: Applied Acoustics, Basel
Tragwerkplanung: Hermann Blumer, Herisau (Konzept); SJB, Frauenfeld (Umsetzung)
Bauphysik und Bauakustik: Mühlebach Partner, Winterthur
Lüftungsplanung: Richard Widmer, Wil
Fassadenplanung: Fiorio Fassadentechnik, Zuzwil
Gebäudetechnikplanung: EBP, Zürich
Bauleitung: Bauseits Partner, Zürich (Thomas Müller, Simone Hess)
Kosten (BKP 1–9, Stand KV revidiert): Fr. 19,32 Mio.
Eröffnungswochenende mit zwölf Stunden Live-Musik
Am 24. und 25. Mai 2025 wird das Klanghaus offiziell eröffnet. Dann kann die Bevölkerung das Haus erleben. Am Samstag können die Besucherinnen während zwölf Stunden Live-Musik in den Räumen des Klanghauses erfahren: vom Jodlerklub über einen Gospelchor bis hin zu einem Jugendorchester und einer Indie-Rock-Band. Auch am Sonntag gibt es ein reichhaltiges Programm. Der Eintritt zu fast allen Programmteilen ist gratis. Detailinformationen unter www.klangwelt.ch.
Stiftung Klangwelt
Die Stiftung Klangwelt besteht aus vier Säulen: dem 2003 eröffneten Klangweg, dem seit 2004 bestehenden Naturstimmenfestival, der Klangschmiede und dem jüngsten Kind, dem Klanghaus. Ihre Verwaltung befindet sich in der von Herzog & de Meuron kürzlich fertiggestellten Talstation der Iltiosbahn in Unterwasser. Diese Bausteine sind dem Klang, den Naturtönen, der Musik und der Region verpflichtet. Sie möchten der Kultur und Tradition des Obertoggenburgs ebenso Rechnung tragen wie dem Austausch mit Klangkulturen weltweit. Das Klanghaus soll Resonanzraum sein für diesen musikalischen und interkulturellen Dialog.
Das Buch zum Haus
Ein vielstimmiges Porträt über einen Ort, an dem Architektur, Klang und Natur zusammentreffen: Erol Doguoglu, Mirjam Fischer und Astrid Staufer (Hg.): ‹Resonanzen – Klanghaus Toggenburg›, Lars Müller Publishers, 2025, Fr. 50.—
www.hochparterre-buecher.ch
Podcast ‹Sach & Krach›
In der nächsten Folge von ‹Sach & Krach› ist der Klangkünstler Andres Bosshard zu Gast und führt uns vor, wie das Haus in der Landschaft klingt.
www.hochparterre.ch/podcast