Im Tal der Demut
Während im Zentrum St. Gallens ein Wettbewerb nach dem anderen für Wirbel und Trara sorgt, reüssiert am Rande der Stadt ein Projekt mit Gelassenheit. Dem Nachwuchsteam gelingt ein erfrischender Entwurf.
Es ist nicht selbstverständlich, dass in der Senke zwischen St. Georgen und Riethüsli, genauer zwischen Demutstrasse und Falkenwald, Vernunft herrscht. Hier liegt die Berufsschule, die der Kanton St. Gallen sanieren und erweitern will. Der Wettbewerb unterscheidet sich deutlich von den unlängst prämierten Projekten im Stadtzentrum, wo namhafte Architekten mit internationaler Ausstrahlung zum Zug kamen: Textilmuseum (Christian Kerez), Neue Bibliothek (Staab Architekten) und Campus Platztor (Pascal Flammer; Hochparterre Wettbewerbe 4/2021).
Gesamterneuerung Gewerbliches Berufs- und Weiterbildungszentrum (GBS), Standort Demutstrasse, St. Gallen
Projektwettbewerb im selektiven Verfahren für Generalplanerteams
Aufgabe: Erneuerung und Erweiterung der Schulanlage, die 1975 von den Architekten Räschle und Antoniol aus Frauenfeld gebaut wurde. Es soll eine nachhaltige, zukunftsfähige und stimmige Gesamtanlage entstehen, die einen Musterbau für neue Lehr- und Lernformen darstellt.
Gesamtnutzfläche: 18200 m2 (davon 13000 m2 heutiger Bestand)
Kredit: CHF 111 Mio. (davon CHF 70 Mio. für die Sanierung)
Teilnehmer: 12 (davon 2 Nachwuchsteams)
Veranstalter: Kanton St. Gallen, Bau- und Umweltdepartement, Hochbauamt
Wettbewerbsbegleitung: Aschwanden Schürer Architekten, Zürich
Fachjury: Michael Fischer (Vorsitz), Harry Gugger, Bettina Neumann, Markus Walser, Rita Illien, Thomas K. Keller, Thomas Bürkle (Ersatz)
Sachjury: Susanne Hartmann, Stefan Kölliker, Daniel Kehl, Katrin Eberhard, Bruno Müller
Jurierung: Juni und Juli 2022
– 1. Rang: Malte Kloes Architekten, Zürich (Nachwuchsteam)
Mitarbeit: Tilla Baganz, Nicola Mahon, Sven Rickhoff, Ann-Madlen Gfeller, Iris Schillaci, Malte Kloes
Baumanagement: Büro für Bauökonomie, Basel
Landschaft: Carolin Riede, Landschaftsarchitektur, Dietikon
Bauingenieur: Baukonstrukt, Zürich
HLKKSE: Gruenberg + Partner, Zürich
Bauphysik und Brandschutz: Gartenmann Engineering, Basel
– 2. Rang: Christ & Gantenbein, Basel
– 3. Rang, Ankauf: EM2N | Mathias Müller, Daniel Niggli, Zürich
– 4. Rang: Pablo Horváth, Chur, und bernath + widmer Architekten, Zürich
– 5. Rang: Studio PEZ, Basel (Nachwuchsteam)