Der Autor erforschte jahrelang das Firmenarchiv. Nur durch Zufall blieb es nach dem Untergang der Therma erhalten. Fotos: Guillaume Musset

Glarner Pionierin

Die Publikation ‹Therma – Schweizer Elektrogeräte-Pionier 1904–1978› zeigt, wie aus der Firma im Glarner Gebirge einen Konzern mit 2000 Arbeiter*innen, Ingenieur*innen und Buchhalter*innen wurde.

Thermas Öfeli, Boiler, Kochherde, Küchenkombinationen, Tee- und Kaffeekocher, die Toaster und Eierheizer, aber auch Grossküchen und Tiefkühlmonster sind eine Folie der Schweizer Alltagsgeschichte des 20. Jahrhunderts. Claude Lichtenstein, der Doyen der Designgeschichte in der Schweiz, legt nach vier Jahren Forschung einen informierten, elegant geschriebenen Text dazu vor, was zwischen 1904 und 1978 im Glarnerland geschah, bereichert mit grosser Bilderpracht: Produktfotografie und -inszenierung, Messestände, Prospekte, Zeichnungen, Sozialbilder – alle im Geist ihrer Zeit, sodass das Buch eine spannende visuelle Geschichte aufführt. ###Media_2### ###Media_3### Therma ist eine Pionierin der Zuversicht – ihre Bügeleisen, Heizöfen und Kochherde haben die Elektrizität früh propagiert und in die Haushalte der Schweiz gebracht, bis zum Zweiten Weltkrieg auch europaweit. In sechs Kapiteln bildet Lichtenstein ab, wie dieser Wandel geschah und aus der Firma im Glarner Gebirge einen Konzern mit 2000 Arbeiter*innen, Ingenieur*innen und Buchhalter*innen formte. Hans Hilfiker, der Ingenieur und langjährige Designer der SBB, war von 1958 bis 1968 Direktor der Therma. Mit gereckter Heldenbrust setzte er die Vernunft als geistiges Fundament der Produktion von Ware und überhaupt des Lebens. Er war damit erfolgreich, bevor das Babylon der Warenwelt die Firma immer mehr bestimmte und Jahr um Jahr eine neu gestylte Küche verlangte, was weder Hilfiker noch die Therma durchhalten konnten. Als Hüter ihrer Geschichte hat Thomas Schätti in Schwanden in ihrer ehemaligen Fabrik ein sehenswertes Schaulager eingerichtet, zu dem dieses Buch der reiche Katalog ist. Ausdruck fand Hilfikers Heldenpose in der Neuen Schweizer Grafik mit Rastern, Kasten, Ordnungen und aufrechten Buchstaben ohne Füsslein. Er hat sie in die Fabrik nach Schwanden bestellt und damit das Erscheinungsbild von Therma geformt...
Glarner Pionierin

Die Publikation ‹Therma – Schweizer Elektrogeräte-Pionier 1904–1978› zeigt, wie aus der Firma im Glarner Gebirge einen Konzern mit 2000 Arbeiter*innen, Ingenieur*innen und Buchhalter*innen wurde.

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