Massengeschäft
Rund eine Million Matratzen werden in der Schweiz jährlich entsorgt. Nun will das Schweizer Start-up Ecomade mit einer fast komplett rezyklierbaren Matratze dagegenhalten.
Ein Showroom im Zürcher Langstrassenquartier. Draussen regnet es, drinnen riecht es nach Alpenkräutertee und den neuen Holzeinbauten, die den kargen Raum gemütlicher machen sollen. Neben drei Betten mit bauschigen Kissen entblösst eine Matratze ihr Inneres. Ohne ihre Hülle sieht sie aus wie ein überdimensioniertes 3-D-Puzzle. Der Aufbau ist simpel: Ein bunter Schaumstoffrahmen fasst eine Lage Taschenfedern ein, die von Vlies und zwei Lagen Minisprungfedern bedeckt sind. «Der Schaum war ein Kompromiss im Sinne des Komforts», sagt Joel Hügli und tätschelt die zusammengepressten Flocken. Hügli ist Gründer von Ecomade, was eine Abkürzung ist von ‹ecological mattress design›. Erst gestern hat das Start-up für nachhaltige Matratzen Eröffnung gefeiert, die Spuren der Party hat Hügli gerade weggeräumt.
Ecomade
Der Berner Produktdesigner und Designforscher Joel Hügli hat mit Ecomade seine Masterarbeit an der Hochschule Luzern in die Praxis überführt. Das junge Start-up produziert und vertreibt aktuell zwei in der Schweiz hergestellte Matratzenmodelle, die nach Ecodesign-Kriterien gestaltet sind. Am Ende ihres Lebenszyklus nimmt das Unternehmen die Matratze zurück, um sie zu recyceln. Im Pop-up-Store an der Kernstrasse 57 in Zürich lassen sich die Matratzen freitags, samstags sowie auf Anmeldung probeliegen. www.ecomade.ch
