Das Whitepaper informiert: Energetisch sanieren im Bestand ist sinnvoll und möglich. Fotos: EWZ
im Auftrag von EWZ

Gut energetisch sanieren: So klappt es

Der Gebäudebestand muss für nachhaltige Energienutzung fit gemacht werden. Das Whitepaper "Energetische Sanierung" von EWZ und Intep bietet praktische Unterstützung beim Anpacken dieser Herausforderung.

Ein grosser Teil der Schweizer Gebäude ist gebaut. Energiesparpotenzial besteht daher vor allem im Bestand, doch dieser ist komplex: man ist mit unterschiedlichen Baumaterialien, Zeitschichten, Grundrissen und Nutzungen konfrontiert, zugleich soll Energie im Gebäudebetrieb gespart werden. Bei einer energetischen Sanierung gilt es, mit dieser Komplexität umzugehen und die bestmögliche Lösung zu finden. 

Aber wie funktioniert das eigentlich genau – und gibt es allgemeine Prinzipien und Richtlinien, die bei der Planung einer energetischen Sanierung helfen können? Energetische Sanierungen bergen grosses ökologisches und ökonomisches Potenzial, doch oft fehlen Eigentümerschaften umfassende Informationen. Das in Zusammenarbeit von Intep und EWZ erarbeitete Whitepaper «Energetische Sanierungen als Chance für die Immobilienwirtschaft» schliesst diese Lücke.

Im ersten Teil ist die Immobilienwirtschaft angesprochen: Warum ist energetisch Sanieren relevant, und wie kann man dabei vorgehen? Es geht um die Dringlichkeit. Vorgestellt wird der gesetzliche Rahmen, Nutzen und mögliche Strategien. Auch drei konkrete Projekte werden vorgestellt. Der neue Teil 2 des Whitepapers zeigt Massnahmen für die Gebäudehülle und -technik auf und erläutert den Sanierungsprozess anhand von zwei Projektbeispielen.  

Komplexe Ausgangslage: Wo kann man ansetzen?

Gebäude in der Schweiz sind für etwa ein Viertel der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Grund dafür ist insbesondere die Verwendung fossiler Energieträger. Noch immer kommen in rund 60% der Häuser fossile Brennstoffe für die Heizung und die Warmwasseraufbereitung zum Einsatz.

Energetische Sanierungen bergen ein grosses Potenzial, die Energieeffizienz im Betrieb zu steigern und Ressourcen zu schonen. Wer weitsichtig saniert, reduziert die Vermarktungs- und Leerstandsrisiken und steigert die Attraktivität für Investierende, da Nachhaltigkeitskriterien zunehmenden Einfluss auf Investitionsentscheidungen haben. Institutionellen Eigentümerschaften kommt bei der Verringerung der Umwelt- und Klimabelastung im Gebäudebereich eine Schlüsselrolle zu, da sie rund 40% der Wohnungen in der Schweiz besitzen.

Sanierungsstrategie, Massnahmen und Zeitpunkt festlegen

Ausschlaggebend für die Wahl der Strategie (Total- oder Teilsanierung mit oder ohne Erweiterung) sind der Zustand der Bausubstanz sowie Kriterien wie Markt- und Erweiterungspotenzial. Bei der Gebäudetechnik steht der Umstieg von fossil betriebenen Anlagen auf erneuerbare Energie im Zentrum. Allenfalls bietet sich auch die Produktion von Solarstrom mit Einbezug von Elektromobilität an. Energiedienstleister wie EWZ verfügen über geeignete Tools, um Sparpotenziale im Energiemanagement auszuschöpfen.

Gebäudehülle und Gebäudetechnik sanieren

Da etwa 20% der Energieverluste durch ein ungedämmtes Dach entstehen, ist die Dachsanierung sehr wirkungsvoll. Ältere Fenster weisen einen Wärmeverlust von etwa 8% auf, weshalb sich ein Ersatz schnell auszahlt. Ist die Fassade ungenügend gedämmt, kann dies Verluste von bis zu 30% mit sich bringen. Allerdings sind umfassende Fassadenerneuerungen oft aufwendig und kostspielig.

Klimafreundliche Energiequellen wie See-, Fluss- oder Grundwasser, Erdwärme, Holz, Luft, Sonne oder Abwärme können entweder als Einzellösung oder über Wärmeverbünde zum Heizen und Kühlen nutzbar gemacht werden. Wird Strom mit einer Photovoltaikanlage produziert, sollte möglichst viel davon vor Ort verbraucht werden.

Praktische Erfahrungen – auch im denkmalgeschützten Umfeld

Die gewählten Beispiele zeigen unterschiedliche Herangehensweisen und Herausforderungen. Im Teil 1 des Whitepapers werden allgemeine Strategien vorgestellt: Sowohl beim Zollfreilager in Zürich wie auch beim Ambassador House in Opfikon geht es ums Umwidmen und Weiterbauen im Bestand, doch Wohnen und Büronutzungen haben jeweils ihre eigenen Spezifikationen. Das dritte Beispiel, die Cité du Lignon in Vernier bei Genf, zeigt, wie auch im denkmalgeschützten Baubestand des mittleren 20. Jahrhunderts ansprechende Lösungen zur energetischen Sanierung gefunden werden können. Im neuen Teil 2 des Whitepapers wird es noch konkreter: Die Siedlung Telli in Aarau, eine Grosswohnanlage der 1970er, zeigt, wie im Wohnbau vorgegangen wird. Zur Büro- und Detailhandelsnutzung wird die Sanierung der Bahnhofstrasse 3 in Zürich vorgestellt, ein Gebäude von 1880, das verschiedene Zeitschichten zeigt. Bei beiden Gebäuden ist subtiler Umgang mit dem Bestand gefragt, zugleich sollen sie energetisch ertüchtigt werden. Das kann gelingen, wie das Whitepaper zeigt. 

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