Das Innenausbaukonzept der Büros setzt auf eine harmonische Materialauswahl, die Holz, Metall und Glas in den Vordergrund stellt. Fotos: Markus Beyeler
Im Auftrag von MHZ Hachtel

Arbeitswelten zwischen Präzision und Atmosphäre

Mit dem Franklinturm hat Zürich-Oerlikon 14’800 Quadratmeter flexibel nutzbare Bürofläche bekommen. Im Innenausbau verbinden sich Technik und räumliche Eleganz zu zeitgemässen Arbeitswelten.

Auf dem Areal des Bahnhofs Zürich-Oerlikon markiert der 80 Meter hohe Franklinturm den Abschluss des Bahnhofplatzes Süd und prägt seit seiner Vollendung im Jahr 2022 die Skyline des wachsenden Stadtteils. Der von Armon Semadeni Architekten entworfene Bau reagiert mit gestaffelter Volumetrie und prägnanter Fassadengliederung auf seine städtebauliche Umgebung und vermittelt zwischen den unterschiedlichen Massstäben vor Ort. Hinter der markanten Hülle stehen rund 14’800 Quadratmeter flexibel nutzbare Büro- und Gewerbeflächen zur Verfügung. Das Ausbaukonzept im Innern kombiniert Holz, Metall und Glas und übersetzt diese Materialität in eine ruhige Architektursprache. Grundlage bildet ein Doppelbodensystem mit gewobenen Teppichplatten, ergänzt durch Vinylbeläge in Holzoptik. Diese sorgen nicht nur für eine warme Atmosphäre, sondern erfüllen zugleich die technischen Anforderungen an Nutzung und Unterhalt.

Das Konzept schafft inspirierende und funktionale Arbeitsplätze, die Lebensräume zum Arbeiten bilden.

Die Gangwände, die mit raumhohen Glaselementen gestaltet sind, sorgen für eine lichtdurchflutete Atmosphäre.

Die Gebäudetechnik ist offen in die Betondecken integriert. Sämtliche Installationen sind sichtbar geführt und einheitlich dunkel gefasst. Dadurch entsteht eine ruhige Deckenansicht, in die weisse Metalldeckensegel eingehängt sind. Diese übernehmen mehrere Funktionen zugleich: Sie verbessern die Raumakustik, tragen zur thermischen Regulierung bei und strukturieren die Deckenlandschaft. Die Erschliessungszonen sind durchgehend mit raumhohen Glastrennwänden ausgestattet, die für eine gleichmässige Belichtung der Flächen sorgen. Ergänzend dazu strukturieren lineare LED-Bänder entlang der Kernzonen und ringförmige Pendelleuchten die Innenräume. Die Beleuchtung ist integraler Bestandteil des räumlichen Konzepts und unterstützt die Orientierung innerhalb der Geschosse.

Die Lamellenvorhänge von MHZ entlang der gläsernen Fassade dienen nicht nur als Sichtschutz, sondern auch zur Lichtumlenkung, um Blendungen zu vermeiden.

In ausgewählten Bereichen wurden schwarze Aluminium-Vorhangschienen Modell 1680 und Vorhänge mit Rundfalte in einem warmen Sandton eingesetzt.

Bei den festen Einbauten wird die Materiallinie konsequent weitergeführt. Türen aus geräucherter Eiche, Holzlamellenverkleidungen an den Kernzonen sowie abgestimmte Oberflächen bei Küchen und Garderoben erzeugen eine durchgängige visuelle Identität. Akustisch wirksame Vliesstoffe hinter den Holzstrukturen verbessern zusätzlich die Aufenthaltsqualität. Ein wesentliches Element des Innenausbaus bilden die Vorhangsysteme, die sowohl funktionale als auch gestalterische Aufgaben übernehmen. Entlang der Fassaden sorgen transluzente Lamellen für Blend- und Sichtschutz, ohne den Lichteinfall wesentlich zu reduzieren. Ergänzend kommen in ausgewählten Bereichen textile Vorhänge in warmen Sandtönen zum Einsatz, die den eher technischen Grundcharakter gezielt auflockern und zonierte Aufenthaltsbereiche mit loungeartiger Atmosphäre schaffen.

Der von Armon Semadeni Architekten entworfene Franklinturm

Insgesamt entsteht so ein Innenraumkonzept, das technische Präzision mit einer zurückhaltenden, fast wohnlichen Eleganz verbindet. Der Franklinturm zeigt, wie sich Arbeitsumgebungen entwickeln lassen, die sowohl funktional durchdacht als auch räumlich inspirierend sind – und damit den Anforderungen heutiger Nutzer*innen gerecht werden.

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