Appell zum Handeln

Beim zweiten Wettbewerbslabor haben rund 170 Fachleute diskutiert. Worum ging es, und was haben wir daraus gelernt? Vor allem dies: Jetzt ist Ausprobieren angesagt.

In Zusammenarbeit mit Stiftung Forschung Planungswettbewerbe

Beim zweiten Wettbewerbslabor haben rund 170 Fachleute diskutiert. Worum ging es, und was haben wir daraus gelernt? Vor allem dies: Jetzt ist Ausprobieren angesagt.

Die Gespräche beim zweiten Wettbewerbslabor zusammenzufassen, ist nicht ganz einfach. 30 Workshops fanden an der Veranstaltung im September statt. Während es vor zwei Jahren um Grundsätzliches gegangen war, standen 2025 eher praktische Anwendungen und Verbesserungen der Verfahren im Vordergrund. Eine Ausnahme bildete die Laborgruppe ‹Kooperation statt Konkurrenz› – ihr erklärtes Ziel war es, den Wettbewerb zu überwinden.

Was wurde am Wettbewerbslabor 2025 positiv bewertet? Das Ergebnis unserer kleinen Umfrage: Den Austausch mit verschiedenen Akteur*innen haben viele als wertvoll hervorgehoben. «Alle am Wettbewerb Beteiligten treten in einen gemeinsamen Dialog», schrieb uns ein Teilnehmer. So entstehe ein vertieftes gegenseitiges Verständnis. Das Gegenüber zu verstehen, hilft im Wettbewerbsalltag. Dieses Wissen ermächtigt, kleine Dinge im gewohnten Ablauf zu ändern. Da eine längere Bearbeitungszeit einsetzen, dort als Jurymitglied Einfluss auf das Verfahren nehmen; die Jury anders zusammensetzen oder sich fragen, wie ein echter Dialog aussehen könnte. Wenig kann viel Wirkung entfalten. Damit sind wir schon bei unserem ersten Aufruf: Mittels kleiner Anpassungen in den Verfahren lässt sich Entscheidendes verbessern. Die Diskussionen am Wettbewerbslabor haben, so hören wir, den Fachleuten genug Anregungen gegeben.

Probieren geht über Studieren

Der Weg vom Reden zum Handeln ist nicht immer klar und einfach. Die Stiftung Forschung Planungswettbewerbe etwa setzt sich wiederholt mit der Frage auseinander, wie sich Resultate aus der Forschung in die Praxis überführen lassen, und regt Projekte an, die das Wettbewerbswesen weiterentwickeln. Das sollte im Wettbewerbslabor nicht anders sein: Wie schaffen wir es, die Erkenntnisse aus dem Kongress in die Verfahren zu tragen? Eine Idee wird erst dann zur Innovation, wenn sie genutzt wird und einen Mehrwert schafft. Natürlich sollte man jede Idee zuerst prüfen – oder im Jargon der Innovationsforschung: evaluieren. Doch wir meinen: lieber einmal probieren als zu viel studieren. Wir müssen wieder lernen, mit Unsicherheiten, Risiken und Konflikten umzugehen. Das betrifft die Haltung der Auslobenden genauso wie die der Teilnehmenden, der Jury und der Fachleute. Deshalb möchten wir zweitens dazu aufrufen, öfter Neues zu erproben. Damit könnte die Wettbewerbsgemeinschaft eine kollektive Haltung entwickeln, auch wenn sie damit auch mal Unsicherheiten in Kauf nehmen muss.

Das Wettbewerbslabor als Impulsgeber

Wie das vorliegende Heft zeigt, haben die Laborgruppen nach dem Kongresstag im September nochmals einen Effort geleistet und ihre Überlegungen zu ihren Themen zusammengefasst. Darauf lässt sich aufbauen. Wie könnte Partizipation schon in der Wettbewerbsvorbereitung einfliessen? Wie könnte in einem Studienauftrag ein echter Dialog stattfinden statt bloss einseitiges Feedback? Wie lassen sich Fachplanungsteams im Wettbewerb gerecht entschädigen?

Doch ausprobieren allein genügt nicht. Wichtig ist drittens, über die Erfahrungen zu sprechen und sich auszutauschen – zum Beispiel 2027, beim nächsten Wettbewerbslabor. Oder in der Zwischenzeit, in der Zeitschrift ‹Hochparterre Wettbewerbe›. Von den Diskussionen beim Wettbewerbslabor 2025 konnten alle etwas mitnehmen. Die Themen seien relevant für ihren Alltag gewesen, schrieb uns eine Teilnehmerin. Nutzen wir die Chance, machen wir den Schritt in Richtung Umsetzung! 

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