Besucherrekord am Fuorisalone dank der Kulisse Mailands – etwa in Franco Albinis Villa Pestarini. Foto: Luigi Fiano, Ardesia Cocca
Der Fuorisalone wächst seiner älteren Schwester über den Kopf – obwohl die städtische Kulisse zuweilen die ausgestellten Möbel konkurriert. Der Anlass ist jährlich Gelegenheit, den Puls der Branche zu fühlen.
Die 64. Ausgabe der Mailänder Möbelmesse schloss am Sonntag ihre Tore – und mit ihr unzählige Palazzi, Innenhöfe und andere Gebäude, die als Kulisse für Installationen oder Möbelkollektionen gedient hatten. Der Grossanlass brachte in erster Linie Erleichterung – man hatte vorab befürchtet, dass Kriege und geopolitische Wirren viele der aussereuropäischen Gäste fernhalten würden. Doch mit über 300 000 Besucher*innen sowie 1900 Aussteller*innen aus 32 Ländern waren die Hallen voll wie gewohnt – kein Rekord, aber immerhin. Noch voller war es allerdings in der Innenstadt: Über 500 000 Menschen strömten durch Tortona, 5vie, Durini, Isola und Porta Venezia, und in Brera waren Strassen und Trottoirs dermassen verstopft, dass selbst des Bürgermeisters Aufforderung nichts half, während der Designwoche doch bitte aufs Auto zu verzichten.
Mittlerweile hat der «Fuorisalone» seine ältere Schwester in Rho überrundet – 1300 Veranstaltungen waren offiziell gemeldet. Viele der grossen Marken – darunter Molteni & C, Cassina, Poltrona Frau, Boffi, Moroso und Zanotta verzichteten auf einen Messestand und investierten ihre Ressourcen stattdessen in der Stadt. Und die machte es ihnen leicht: Gärten, die wie versteckte Oasen anmuten, Architekturperlen der Moderne und opulente Villen gewinnen immer gegen Kunstlicht, Klimaanlagen und Spannteppich. Bleibt einzig das Risiko, dass der Charme Mailands die ausgestellten Objekte übertrumpft.
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Anders als am Salone del Mobile, finden am Fuorisalone auch jene zusammen, die sich wenig um Haus und Heim scheren: Die Deutsche Telekom war dabei, genauso wie Volvo und Hyundai, Aesop und Nike, Hendrick’s Gin und Parmigiano Reggiano – irgendwo fand jeder ein Plätzchen.
Begehrter Hotspot war erneut Alcova, die von Valentina Ciuffi und Joseph Grima gegründete Plattform für unabhängiges Design – t...
(Fuori) Salone: Hauptsache Milano
Der Fuorisalone wächst seiner älteren Schwester über den Kopf – obwohl die städtische Kulisse zuweilen die ausgestellten Möbel konkurriert. Der Anlass ist jährlich Gelegenheit, den Puls der Branche zu fühlen.
27.04.2026 20:54