Die Räume im ‹performativen Haus› fliessen ineinander, die Spiegel erweitern den Raum um eine weitere Dimension.
Die Räume im ‹performativen Haus› fliessen ineinander, die Spiegel erweitern den Raum um eine weitere Dimension.

Das bewegte Haus

Das Architekturbüro Edelaar Mosayebi Inderbitzin denkt in Zürich den Kleinhaushalt neu und bringt Dynamik in die Wohnkultur. Die mobile Architektur erhält den Hasen in Gold.

Text: Andres Herzog
Fotos: Stephan Rappo
09.12.2022 11:27

Architektur, die Spass macht, die Seele erheitert? Manchmal gibt es das. Selten hat man an einer Besichtigung so viele Menschen mit einem Grinsen im Gesicht gesehen wie an dem Samstag, als die Überbauung von EMI Architekten an der Stampfenbachstrasse in Zürich fertiggestellt wurde. Die Besucherinnen und Besucher drehten die Wände der Wohnungen, schwenkten die Garderoben in den Raum oder zogen die Schubladen unter dem Hohlboden aus. Im Dachgeschoss konnten sie sogar die Spiegel im Bad wegrollen, um das Rundfenster dahinter zum Vorschein zu bringen.

Wohnhaus Stampfenbachstrasse, 2022
Stampfenbachstrasse 131, Zürich
Bauherrschaft: UTO Real Estate Management, Zürich
Architektur, Landschaftsarchitektur: Edelaar Mosayebi Inderbitzin, Zürich; Associate: Christian Franke; Bauleitung: Michael Brotzer, Fabian Lauener; Architekten: Nicolas Cuénod, Andreas Monn; Praktikanten: Veronica Berardi, Ludwig Hänssler, Sven Fawer, Gilles Scapin, Rose Schuller
Bauingenieure: wlw, Zürich
Holzbauingenieur, Bauphysiker: Timbatec Holzbauingenieure Schweiz, Zürich
Fassadenbau: Alltec Dach, Zürich
HLS-Planung: Böni Gebäudetechnik, Oberentfelden
Elektroplanung: Gutknecht, Au
Auftragsart: Direktauftrag, 2018

Edelaar Mosayebi Inderbitzin
Ron Edelaar (46), Elli Mosayebi (45) und Christian Inderbitzin (45) gründeten 2010 das Büro Edelaar Mosayebi Inderbitzin (EMI) in Zürich. Elli Mosayebi ist seit 2018 Professorin an der ETH Zürich, Ron Edelaar unterrichtet seit 2020 an der ZHAW Winterthur, Christian Inderbitzin ist seit 2020 Professor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Im Jahr 2013 verlieh Hochparterre dem Büro eine Anerkennung für das Wohnhaus Avellana in Zürich-Schwamendingen. 2019 erhielt EMI den Schweizer Kunstpreis in der Kategorie Architektur.

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